Durhams „Listening Bars“ – Tabaklager, Jazzklänge, kreative Energie – „Tracks & Tales“-Reiseführer

Durhams „Listening Bars“ – Tabaklager, Jazzklänge, kreative Energie – „Tracks & Tales“-Reiseführer

Wo alte Backsteinmauern auf neue Ideen treffen, lauscht Durham den Klängen.

Von Rafi Mercer

Durham ist eine Stadt, die es versteht, sich neu zu erfinden. Einst geprägt von Tabaklagern, Eisenbahnlinien und der Fertigungsindustrie, hat sie sich im Laufe der letzten Generation zu einer der kreativsten und intellektuell neugierigsten Städte im amerikanischen Süden gewandelt. Doch hinter den Technologieunternehmen, Forschungsstandorten, Kaffeeröstereien und unabhängigen Restaurants verbirgt sich nach wie vor ein gemächlicherer Rhythmus. Ein Rhythmus, der es wert ist, beachtet zu werden.

Das spürt man beim Spaziergang durch die restaurierten Backsteingebäude desAmerican Tobacco Campus, wo die Industriearchitektur ein zweites Leben erhalten hat. Die Mauern tragen noch immer Spuren der Arbeitsgeschichte der Stadt, während die Räume im Inneren zu Orten des Austauschs, der Kultur und der Gemeinschaft geworden sind. In Durham herrscht selten Hektik. Auch wenn die Stadt wächst, bewahrt sie sich doch ihre Neugier auf sich selbst.

BildMusik hat hier schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Durham liegt im weiteren kulturellen Einflussbereich des „Research Triangle“ und tauscht Ideen und Energie mit den nahegelegenen Städten Raleigh und Chapel Hill aus. Jazz, Gospel, Soul, Indie-Rock und experimentelle Musik finden hier alle ihren Platz. Das Ergebnis ist eine Stadt, in der das Zuhören ebenso geschätzt wird wie das Musizieren.

Dieser Geist macht Durham zu einer natürlichen Heimat für die Kultur des Zuhörens. Nicht unbedingt im formellen Sinne eines „Kissaten“ nach Tokioter Art, sondern durch Plattenläden, sorgfältig kuratierte Veranstaltungsorte, gemütliche Bars und Räume, in denen Klang mit Respekt behandelt wird. Die schönsten Abende hier beginnen oft ganz ruhig. Eine gut ausgewählte Schallplatte. Ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee. Ein Spaziergang durch die Innenstadt, während das Licht über den roten Backsteinfassaden verblasst.

Durhams Charakter ist von Gegensätzen geprägt. Akademisch und doch zugänglich. Historisch und doch zukunftsorientiert. Im Süden gelegen und doch global vernetzt. Die Stadt wirkt groß genug, um immer wieder neue Ecken zu entdecken, und doch klein genug, dass sich hier nach wie vor Gemeinschaften rund um gemeinsame Interessen bilden. Musikliebhaber, Sammler, Künstler und Reisende finden hier oft zueinander.

Vielleicht ist das der Grund, warum Durham für die breitere „Listening“-Bewegung immer relevanter wird. In einer Welt, in der es vor allem auf Geschwindigkeit ankommt, ist es nach wie vor ein Ort, an dem Aufmerksamkeit noch eine Rolle spielt. Die Stadt lädt dazu ein, zu verweilen. Noch eine Seite der Platte anzuhören. Noch einen Kaffee zu bestellen. Der Empfehlung eines Fremden zu folgen und zu sehen, wohin sie führt.

Beim Zuhören geht es schließlich selten um das Ziel. Es geht darum, lange genug offen zu bleiben, damit etwas Unerwartetes eintreten kann.

Veranstaltungsorte, die man kennen sollte

In einer Stadt, die auf Neuerfindung aufgebaut ist, erinnert uns Durham daran, dass die wichtigsten Entdeckungen oft diejenigen sind, von denen wir hören.


Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt.
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Keine Playlist.

Die Zahl der Gründungsmitglieder ist weltweit auf 200 begrenzt. Der „Tracks & Tales Listening Club“ richtet sich an alle, die verstehen, dass Zuhören kein Hintergrundgeräusch ist, sondern dass es darum geht, ganz bei der Sache zu sein.

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