Topshops Rückkehr nach London & eine stilvolle Nacht voller Musik

Topshops Rückkehr nach London & eine stilvolle Nacht voller Musik

Von Amelia Fairfax

Auf dem Trafalgar Square herrschte eine elektrisierende Stimmung, die Springbrunnen wurden von der Rückkehr der Mode ins Rampenlicht Londons hinterleuchtet. Vor der Kulisse der Steinstufen und unter dem Blick der National Gallery entfalteten Topshop und Topman ihren ersten Laufsteg seit sieben Jahren und bekräftigten damit erneut ihren Anspruch auf die Hauptstadt. Ich stand dort in einem „Adidas Love“-T-Shirt und Vintage-Gazelles und spürte die Bedeutung des Augenblicks – eine Marke, die einst meine Zwanziger geprägt hatte, wurde im Herzen der Stadt wiedergeboren. Cara Delevingne schritt über den Laufsteg, übergroße Anzüge zeichneten scharfe Linien durch die Menge, und erbsengrünes Kunstfell funkelte mit einer Selbstsicherheit, wie sie nur London ausstrahlen kann. Dann erhöhte Norman Cook – für uns alle Fatboy Slim – das Tempo und verwandelte den Platz in eine Party. Der Sound strömte hervor wie ein Geheimnis, auf das wir alle gewartet hatten.

Es hat mich stärker getroffen, als ich erwartet hatte. Ich hatte diese Welt von innen heraus erlebt, angefangen in der Topshop-Zentrale, dann als Botschafterin der Marke quer durch die USA, bevor ich nach Oxford Street zurückkehrte, wo die Rolltreppen Tag und Nacht surrten. Damals hatte ich das Gefühl, Londons Stil befände sich im Schnellvorlauf, und Topshop war der Soundtrack dazu. Die Rückkehr der Marke hierher war nicht nur Modenostalgie – sie war eine Erinnerung daran, wie Kleidung das Selbstbewusstsein einer Stadt neu entfachen kann.

Nachdem die Lichter erloschen waren, machte ich mich auf den Weg nach Osten, um den Rhythmus woanders weiterzuverfolgen. Das Café 1001 in der Brick Lane war bereits in voller Fahrt, die DJ-Kabine leuchtete im Halbdunkel. SlothBoogie standen an den Plattentellern und ließen Disco und House durch eine Menge strömen, die weniger nach Laufsteg als vielmehr nach gelebtem Leben aussah. Hochgekrempelte Ärmel, verblasste und abgewetzte Jeans, Turnschuhe, die im Takt des Beats über den Boden huschten. Es war die Art von Stil, die man nicht choreografieren kann – der Stil, der direkt aus der Straße erwächst, authentisch, rastlos, ganz und gar London.

Später landete ich dann im Spiritland in King’s Cross, einem Ort, an dem man immer das Gefühl hat, ein Geheimnis zu betreten. Das Soundsystem dort ist auf die beste Art und Weise geradezu besessen – jedes Knistern der Schallplatte bekommt seine eigene Bühne. Die Leute tauchten in die Musik ein, statt sich darüber zu erheben; ihr Stil war zurückhaltend: Selvedge-Denim, weiche Strickwaren, Brillen, in denen sich das gedämpfte Licht spiegelte. Hier zählte die Präsenz mehr als die Performance. War Trafalgar das Spektakel und Brick Lane die Energie, so war Spiritland die Intimität – drei Facetten des Londoner Dialogs zwischen Mode und Sound in einer einzigen Nacht.

Was mir in Erinnerung geblieben ist, war die Erkenntnis, dass Mode und Musik niemals getrennte Stränge sind. Der Trafalgar Square wurde zum Laufsteg und dann zur Tanzfläche. Im Café 1001 verschmolzen Turnschuhe und Basslines zu einer einzigen Bewegung. Spiritland machte die Stille zu seinem ganz eigenen Stil. Mein Adidas-T-Shirt und meine Vintage-Gazelles passten perfekt in jede Umgebung – nicht, weil sie einem bestimmten Kodex entsprachen, sondern weil sie mich durch diese Momente trugen. Das ist die Wahrheit über London: Stil ist hier nicht nur das, was man anzieht, sondern auch, wie man darin lebt.

Amelia xx

Amelia Fairfax schreibt über Mode innerhalb und außerhalb von Hörräumen. Für weitere Geschichten aus „Tracks & Tales“ abonnieren Sie hier, oder hier klicken, um mehr zu lesen.

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