Jamiroquai – Travelling Without Moving (1996)

Jamiroquai – Travelling Without Moving (1996)

Von Rafi Mercer

Zuerst setzt die Basslinie ein – straff, funky, unwiderstehlich –, gefolgt von geschmeidigen Keyboardklängen und einer Stimme, die vor Selbstbewusstsein nur so strotzt. Jamiroquais 1996 erschienenes Album „Travelling Without Moving“ wird oft als das meistverkaufte Funk-Album aller Zeiten bezeichnet und gilt nach wie vor als Meilenstein des Acid Jazz. Mit Jay Kay als Frontmann und Stuart Zender am Bass verkörpert das Album den Geist des Funk der 1970er Jahre aus der Perspektive der 1990er Jahre und liefert Grooves, die ausgefeilt genug für das Radio und zugleich tief genug für die Tanzfläche sind.

Songs wie „Virtual Insanity“, „Cosmic Girl“ und „Alright“ sind sofort wiedererkennbar, ihre Hooks unbestreitbar, doch das Album ist weit mehr als nur eine Sammlung von Singles. Es ist ein durchgängiges Groove-Erlebnis, ein Album, auf dem der Rhythmus die Architektur bildet und jeder Teil der Band dem Ganzen dient. Die Produktion ist makellos: präzises Schlagzeugspiel, satte Streicher, vielschichtige Keyboardklänge und Basslinien, die eine körperliche Reaktion hervorrufen.

Auf Vinyl ist der Klang üppig und weiträumig. Die Bässe sind vollmundig, die Tasten schimmern, und Jay Kays Stimme schwebt klar und deutlich über dem Groove. In einer Hörbar gespielt, verbreitet „Travelling Without Moving“ pure Freude. Es ist unmöglich, still zu sitzen, unmöglich, nicht zu lächeln, unmöglich, sich nicht von der treibenden Kraft seines Funk mitreißen zu lassen.

Obwohl das Album von Retro-Einflüssen geprägt ist, fängt es den Optimismus und den Glanz der 1990er Jahre ein – einer Zeit, in der Funk noch kompromisslos die Charts dominieren konnte. Heute ist es sowohl eine Zeitkapsel als auch zeitlos und erinnert daran, dass Groove niemals altert. Sobald die Nadel auf die Platte trifft, kommt der Raum in Bewegung – nicht im Chaos, sondern in einem gemeinsamen Flow.

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Wenn Sie weitere Beiträge aus „Tracks & Tales“ lesen möchten, abonnieren Sie den Newsletter oder klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.

Zurück zu den Geschichten

Der Hörclub:

Wir haben unsere Aufmerksamkeit gegen Bequemlichkeit eingetauscht.

Endlose Playlists. Unbegrenztes Überspringen. Musik ist zu etwas geworden, das im Hintergrund läuft, während wir etwas anderes tun.

Der „Listening Club“ ist eine stille Rebellion dagegen.

Ein Album pro Monat. Von Anfang bis Ende. Gemeinsam.

Die Zahl der Gründungsmitglieder ist weltweit auf 200 begrenzt. Sobald alle Plätze vergeben sind, wird diese Stufe endgültig geschlossen.

Werde Mitglied im „Listening Club“