Steely Dan – Aja (1977)

Steely Dan – Aja (1977)

Von Rafi Mercer

Manche Alben klingen, als wären sie im Studio aufgenommen worden; „Aja“ wirkt wie inszeniert. Steely Dans Meisterwerk aus dem Jahr 1977 gilt oft als Höhepunkt der Studiokunst, ein Album, das so ausgefeilt ist, dass es für Audiophile zur Referenzplatte geworden ist. Donald Fagen und Walter Becker arbeiteten mit einer wechselnden Besetzung virtuoser Musiker – Wayne Shorter, Steve Gadd, Larry Carlton – zusammen, um Musik zu schaffen, die ebenso sehr Architektur wie Komposition war.

Schon der Titelsong ist eine Reise für sich: eine achtminütige Suite, in der Gadds Schlagzeugspiel in eines der berühmtesten Soli der Jazz-Rock-Geschichte mündet. „Deacon Blues“ ist sanfter, aber ebenso tiefgründig – eine Meditation, eingehüllt in Akkorde, die so reichhaltig sind, dass sie endlos zu sein scheinen. Jedes Detail ist hörbar: das Schimmern der Hi-Hats, die exakte Position jedes Hintergrundgesangs, die glasklaren Rhodes-Akkorde, die im Raum schweben.

Auf Vinyl, ist „Aja“ ist in seiner Klarheit fast schon beunruhigend. Der Bass ist straff, der Mitteltonbereich voll, die Höhen funkelnd, ohne dabei schrill zu wirken. Es deckt jede Schwäche in Ihrer Kette auf, vom Tonabnehmer über die Kabel bis hin zu den Lautsprechern. Eine Hörbar, die das Selbstvertrauen hat, Aja abzuspielen, setzt ein Zeichen: Wir schätzen den Klang so sehr, dass wir ihn einer genauen Prüfung unterziehen.

Abgesehen von der Technik, „Aja“ bleibt deshalb so lange im Gedächtnis, weil es zudem zutiefst musikalisch ist. Seine Grooves sind verführerisch, seine Harmonien komplex, aber einladend, seine Stimmung zugleich raffiniert und melancholisch. Sobald die Nadel auflegt, hört der Raum nicht nur zu – er schwelgt regelrecht darin.

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Für weitere Geschichten aus „Tracks & Tales“ abonnieren Sie hier, oder hier klicken, um mehr zu lesen.

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