Yosi Horikawa – Vapor (2013)

Yosi Horikawa – Vapor (2013)

Von Rafi Mercer

Feldaufnahmen vermischen sich mit Beats, Klangtexturen verschmelzen mit dem Rhythmus, und der Klang selbst wird zum Thema. Der japanische Produzent Yosi Horikawa „Vapor“, das 2013 erschien, ist eines der einfallsreichsten Alben der letzten Jahrzehnte und ein moderner Favorit zum Testen von Soundsystemen. Horikawa ist dafür bekannt, alltägliche Geräusche – tropfendes Wasser, knackende Zweige, raschelnder Kies – in rhythmisches und melodisches Material zu verwandeln und sie mit elektronischer Musik zu etwas Unheimlichem und Fröhlichem zu verschmelzen.

Bei Titeln wie „Bubbles“ und „Letter“ geht es ebenso sehr um die räumliche Platzierung wie um die Melodie. Man hört Murmeln hüpfen, Bleistifte kratzen, Regen fallen – alles mit chirurgischer Präzision im Stereofeld angeordnet. Die tiefen Frequenzen sind straff und körperlich, die hohen kristallklar. Auf einer leistungsfähigen Anlage wird der Raum gleichzeitig zum Spielplatz und zum Labor.

Auf Vinyl gewinnen die Klangtexturen an Tiefe. Die organischen Klänge wirken greifbar, die Beats warm, die Stimmungen einhüllend. In einer Hörbar gespielt, ist „Vapor“ ein reines Vergnügen – die Zuhörer lächeln, wenn sie Klänge wiedererkennen, und nicken dann, während sie sich dem Groove hingeben. Es ist keine Spielerei, sondern eine Erinnerung daran: Klang an sich ist Musik, und die Produktion kann sowohl spielerisch als auch tiefgründig sein.

Sobald die Nadel auf die Platte trifft, wird von Ihrer Anlage nicht nur verlangt, Musik wiederzugeben, sondern die Welt zu enthüllen.

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Für weitere Geschichten aus „Tracks & Tales“ abonnieren Sie hier, oder hier klicken, um mehr zu lesen.

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