Nachtbus – Der Raum zwischen den Haltestellen

Nachtbus – Der Raum zwischen den Haltestellen

Eine kurze Reflexion über das Unterwegssein, die Stille und die Musik, die uns nach Hause trägt.

Von Rafi Mercer

Es gibt Songs, die zu einem kommen, und andere, die einem auf halbem Weg entgegenkommen – „Night Bus“ gehört zu Letzteren. Burial tritt hier nicht in den Vordergrund; er schwebt vielmehr im Hintergrund. Der Sound wirkt eher, als sei er von der Straße entlehnt und nicht für einen Raum komponiert worden, so, als hätte er schon lange gespielt, bevor man ihn überhaupt bemerkt hat. Tiefe Impulse schweben dahin wie Straßenlaternen, die an beschlagenem Glas vorbeigleiten, während die Klangtexturen vor den Spuren von Regen, Erinnerung und Ferne knistern.

Das ist keine Musik für Bewegung, sondern für den Übergang – für die stillen Minuten, in denen man weder ankommt noch geht, sondern einfach nur auf der Durchreise ist.

Keine Haken. Keine Ankündigungen. Nur ein angehaltener Atemzug, der sich über die ganze Stadt erstreckt.

Wenn man „Night Bus“ hört, fühlt es sich an, als säße man allein im Oberdeck und würde zusehen, wie London den Atem ausspuckt.
Es passiert nichts – und genau deshalb ist es so wichtig.


Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt.
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