„The Broadcast“ – Ein 12-Wochen-Plan, um mit der Show auf Tour zu gehen
Alles begann mit „Album des Monats“
Von Rafi Mercer
Es gibt eine Ecke im Raum, in der die Plattenspieler stehen. Dort stehen sie schon immer – die Kabel aufgerollt, die Kisten in einem Winkel gestapelt, den nur ich verstehe, und das Mischpult, das geduldig zwischen den Sessions wartet, die ohne großes Aufsehen kommen und gehen. Seit Jahren spiele ich in dieser Ecke Musik. Meistens nur für mich selbst. Manchmal auch für einen Raum voller Menschen, die gar nicht da waren.
Was ich noch nicht getan habe, ist, etwas hineinzusprechen.

Das ändert sich in zwölf Wochen. Nicht mit einer großen Auftaktveranstaltung, nicht mit der Anmietung eines Veranstaltungsortes oder einer Pressemitteilung. Es beginnt dort, wo hier alles beginnt – zu Hause, mit einem Mikrofon und einem Set und der stillen Zuversicht, dass die richtigen Leute es entdecken werden.
So sehen die nächsten zwölf Wochen aus.
Woche eins und zwei. Richte den Raum richtig ein. Die Decks stehen bereit. Was noch fehlt, ist die Aufnahmekette – ein Interface, ein gut positioniertes Mikrofon, Abhören über Kopfhörer, ein einfaches Setup, das sowohl den Mix als auch die Stimme klar und deutlich aufnimmt. Kein Studio. Kein Tontechniker. Nur das Signal, richtig aufgenommen.
Woche drei und vier. Nimm den ersten Durchgang auf. Nicht zur Veröffentlichung – nur zum Anhören. Spiel die Aufnahme ab. Hör sie dir an, als wärst du ein Fremder. Passe das Verhältnis zwischen Musik und Stimme an, finde den Rhythmus des Ganzen. Hier wird das Format festgelegt. Wie lange soll die Pause zwischen den Aufnahmen sein, bevor die Stimme einsetzt? Was macht die Stimme eigentlich – sie präsentiert nichts, sie verkündet nichts, sondern entführt den Zuhörer an einen anderen Ort.
Woche fünf. Die erste Sendung. Live auf der Website. „Tracks & Tales“ hat die Plattform, das Publikum und nun auch einen Raum. Die Sendung geht auf Sendung. Ganz bewusst ohne großes Aufsehen – keine Fanfare, nur ein Link im Newsletter und ein Hinweis, dass es etwas Neues gibt.
Woche sechs und sieben. Noch zwei Heimübertragungen. Das Format straffen. Die Sendung braucht einen Namen, einen groben Rahmen und das Gefühl, jedes Mal, wenn sie ausgestrahlt wird, etwas Besonderes zu sein. Für jede Folge eine Platte finden, mit der man die Sendung eröffnen kann – nicht dieselbe Platte, aber dasselbe Gefühl.
Woche acht. Setze auf lokale Initiativen. Ein Veranstaltungsort, der bereits ausgemacht ist. Eine Listening-Bar oder ein Vinyl-Café in der Stadt, wo man sofort versteht, warum eine Live-Übertragung direkt vor Ort Sinn macht. Mach den Vorschlag ganz einfach: Bring die Ausrüstung mit, bring das Publikum mit und gib den Leuten etwas, worüber sie reden können.
Die neunte und zehnte Woche. Eine Aufnahme direkt vom Veranstaltungsort. Nicht nur Musik, sondern auch der Raum – die behagliche Wärme eines Raums, der für den Klang geschaffen wurde, eine Stimme, die nun an einem bestimmten Ort zu Hause ist und nicht mehr überall. Die Übertragung wirkt ganz anders, wenn ein Raum dahintersteht.
Woche elf und zwölf. Nehmen Sie Kontakt zu drei Veranstaltungsorten außerhalb Großbritanniens auf. In Tokio, Lissabon und Kopenhagen gibt es „Listening Bars“, die bereits auf dieser Plattform vertreten sind. Schreiben Sie ihnen nicht als Medienpartner, sondern als Gastgeber. Erklären Sie ihnen, dass es eine Sendung gibt, die für einen Abend in ihren Räumlichkeiten stattfinden und Zuhörer in vierzig Ländern erreichen könnte.
Zwölf Wochen. Von lokal zu global – genau der Weg, den die Plattform schon immer eingeschlagen hat.
Die Ecke des Zimmers hat lange genug Geduld gezeigt.
Häufig gestellte Fragen
Wird die Sendung nach der Ausstrahlung verfügbar sein?
Ja. Jede Folge wird auf der Website archiviert – für Mitglieder des „Listening Club“ in voller Länge, für alle anderen in einer gekürzten Fassung.
Welche Art von Musik wird dort zu hören sein?
Genau jene Platten, die hier alles prägen – Vinyl, Deep Listening, Alben, die einen ganzen Raum füllen. Nicht auf ein Genre festgelegt. Vom Klang geleitet.
Kann ich auch von außerhalb Großbritanniens einschalten?
Genau das ist der springende Punkt.
Jeden Monat trifft sich der „Listening Club“ weltweit. Hier kannst du mitmachen.
Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Wenn Sie weitere Artikel aus „Tracks & Tales“ lesen möchten, abonnieren Sie den Newsletter oder klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.