Der Raum zwischen den Gleisen

Der Raum zwischen den Gleisen

Was eine Hörprobe zusammenhält

Ich habe diese Woche die nächste Sitzung des Hörclubs vorbereitet.

Im Mittelpunkt steht ein einziges Album. Wir hören es uns in voller Länge an, von Anfang bis Ende, so wie es gehört werden soll. Doch zwischen den einzelnen Titeln – in den Pausen, den Atempausen, dem Raum, in dem ein Satz endet und der nächste noch nicht ganz begonnen hat – kommt etwas anderes zum Vorschein.

Kool & The Gang. Ryuichi Sakamoto. Massive Attack. Radiohead. Jordan Rakei. The xx.

Keine Einleitungen. Keine Vorprogramme. Etwas, das sich schwerer benennen lässt als das. Eine Hand, die sich ausstreckt. Ein stilles Gespräch zwischen Musikstücken, die sich noch nie begegnet sind, sich aber irgendwie schon kennen. Man kann die Verbindung nicht sehen. Man kann sie nicht ganz in Worte fassen. Man kann sie nur hören und spüren – und feststellen, dass sie die Wirkung des nächsten Titels auf dem Album verändert.

Genau das lerne ich in diesen Sitzungen aufzubauen. Kein Programm. Keine Playlist. Eher so etwas wie ein Raum, der dich umgibt, während die Musik ihre Wirkung entfaltet.

Das Album, um das es hier geht, hat auf den richtigen Rahmen gewartet. Ich glaube, wir haben ihn gefunden.

Wir treffen uns jeden letzten Sonntag im Monat um 16:00 Uhr GMT. Um am Chat teilzunehmen, musst du Mitglied im Listening Club sein – falls du es noch nicht bist, hast du bis zum Monatsende noch Zeit, beizutreten.

Rafi


Was sind die Pausen in einer Sitzung des Hörclubs?

Titel anderer Künstler, die zwischen den eigenen Songs des Albums eingefügt wurden – nicht als Unterbrechungen, sondern als verbindendes Element. Sie füllen den Raum zwischen den einzelnen Abschnitten aus, verändern die emotionale Stimmung leicht und sorgen dafür, dass der nächste Titel anders wirkt, als es allein der Fall wäre.

Wie entscheidest du, was zwischen die Gleise kommt?

Hauptsächlich Instinkt. Es ist eher ein Gefühl als eine Frage des Genres oder der Epoche. Sakamoto und Radiohead haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Aber in der richtigen Reihenfolge, im richtigen Raum, stellt sich sofort eine Verbindung her – man spürt sie, noch bevor man sie erklären kann.

Verändert sich ein Album, wenn man es auf diese Weise hört?

Ja. Die Pausen werden Teil der Aufnahme. Das Album beginnt, anders zu atmen. Titel, die man schon oft gehört hat, wirken plötzlich wie beim ersten Mal.


Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Wenn euch das anspricht, abonniert den Blog.

Jeden Monat trifft sich der „Listening Club“ weltweit – immer am letzten Sonntag des Monats um 16:00 Uhr GMT. Hier mitmachen.

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Keine Playlist.

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