Die Räume, die wir gestalten

Die Räume, die wir gestalten

Eine persönliche Ankündigung von Rafi Mercer zur Gründung seiner weltweit tätigen Beratungsfirma, die sich mit der Gestaltung von „Listening Bars“, akustischen Identitäten für Hotels und privaten Hörräumen auf der ganzen Welt befasst.

Von Rafi Mercer

Ich war schon immer der Überzeugung, dass Musik ihre wahrhaftigste Bedeutung in den Räumen findet, in die wir sie einladen. Ein Lied ist eine Sache, der Raum, der es beherbergt, eine andere. Manche Räume schärfen den Klang, andere mildern ihn, und manche – die seltenen – scheinen mit ihm zu atmen. Ich habe den größten Teil meines Lebens damit verbracht, still und leise nach diesen Räumen zu suchen. Bei Virgin streifte ich vor Ladenöffnung durch die Megastores und testete, wie eine Klaviermelodie die Stimmung einer Etage veränderte. Später reiste ich durch Städte, in denen das Zuhören keine Unterhaltung, sondern Absicht war – Japan, Dänemark, die Ecken Europas, die mir Stille lehrten. Und in jüngerer Zeit schreibe ich jeden Tag über die Kultur des Zuhörens und lerne dabei, wie sich Menschen fühlen, wenn ein Raum genau richtig abgestimmt ist.

Worüber ich bisher noch nicht wirklich gesprochen habe, ist der andere Teil meines Lebens: die Arbeit, die ich bereits am Rande ausübe. Ich helfe Menschen dabei, ihr erstes richtiges Soundsystem auszuwählen. Ich gestalte Klangkonzepte für Cafés und kleine Veranstaltungsorte. Ich betrete einen Raum, schließe die Tür und entscheide, wie er sich anfühlen soll. Klang war für mich nie nur Hintergrund. Er war schon immer Design.

Im Laufe des vergangenen Jahres, als sich „Tracks & Tales“ zu etwas entwickelt hat, das meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat, kam mir immer wieder ein Gedanke in den Sinn: Habe ich bei all dem Schreiben, Erkunden und Kartografieren vielleicht genau das vermieden, was ich eigentlich am liebsten schaffen wollte? Nicht ein Magazin, nicht eine Sammlung von Beobachtungen – sondern die Räume selbst.

Heute mache ich das, wovon ich schon seit Jahren insgeheim geträumt habe. Ich öffne eine neue Tür.

Rafi Mercer Beratung

Es klingt zwar formell, aber für mich ist es etwas sehr Persönliches. Es ist die Vorstellung, dass ich die nächste Generation von Hörbars, Vinyl-Cafés, Klangkonzepten für Hotels und privaten Hörräumen mitgestalten kann – Orte, an denen Musik im Mittelpunkt des Erlebnisses steht und nicht nur eine Nebensache ist. Es ist der Wandel von der Dokumentation der Hörkultur hin zu ihrer aktiven Gestaltung.

Und ich will ehrlich sein: Es fühlt sich sowohl aufregend als auch erdend an. Ausnahmsweise einmal kann ich alles, was ich gelernt habe – das Geschichtenerzählen, den Ton, das Gespür für Atmosphäre – nehmen und es anderen auf eine Weise weitergeben, die sich kontrolliert, fokussiert und ganz und gar nach mir selbst anfühlt. Nicht als Angestellter. Nicht nach den Regeln eines anderen. Sondern als eigenes Studio, an dessen Tür mein Name steht.

Die Beratung wird nicht laut sein. Das muss sie auch nicht. Sie wird präzise, zielgerichtet und in denselben Werten des „Slow Listening“ verwurzelt sein, die auch das Schreiben prägen. Jedes Jahr eine kleine Anzahl von Projekten auf der ganzen Welt: „Listening Bars“, Hotels, Bauträger und Hausbesitzer, die sich einen Raum wünschen, der mit Musik atmet. Räume, die Menschen dazu einladen, zu verweilen, zur Ruhe zu kommen und zu fühlen.

Das fühlt sich wie das nächste Kapitel an – kein Neuanfang, sondern die natürliche Fortsetzung der Geschichte, die ich schon die ganze Zeit erzähle. Wenn „Tracks & Tales“ der Atlas ist, dann ist dies die Architektur. Damit das Zuhören nicht nur etwas ist, worüber wir reden, sondern etwas, in das wir eintauchen.

Und morgen geht es wie immer weiter.


Kurze Fragen
Was wird heute vorgestellt?
Rafi Mercer Advisory – ein neuer Zweig von Tracks & Tales, der sich auf die Gestaltung von Hörbars, akustischen Identitäten für das Gastgewerbe und privaten Hörräumen spezialisiert hat.

Warum gerade jetzt?
Weil nach jahrelangem Schreiben über Hörkultur der nächste Schritt darin besteht, die Räume selbst mitzugestalten.

Für wen ist es gedacht?
Hotels, Bars, Bauträger, Hausbesitzer – alle, die einen Raum gestalten, in dem der Klang eine wichtige Rolle spielen soll.


Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt.
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Keine Playlist.

Die Zahl der Gründungsmitglieder ist weltweit auf 200 begrenzt. Der „Tracks & Tales Listening Club“ richtet sich an alle, die verstehen, dass Zuhören kein Hintergrundgeräusch ist, sondern dass es darum geht, ganz bei der Sache zu sein.

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