Was man hört, wenn der Tag zur Ruhe kommt – dank Bobby Caldwells „What You Won’t Do for Love“

Was man hört, wenn der Tag zur Ruhe kommt – dank Bobby Caldwells „What You Won’t Do for Love“

Ein träger, grauer Tag, und wie Bobby Caldwells „What You Won’t Do for Love“ stille Momente in stille Magie verwandeln kann.

Von Rafi Mercer

Manche Tage kündigen sich nicht an – sie werden einfach nur sanfter. Heute war so ein Tag. Ein gemächlicher Streifzug durch die Stadt, graues Licht, das etwas tiefer hängt als sonst, diese Art von Regen, der nie richtig einsetzt, aber irgendwie doch an einem klebt. Und dann, mitten in all dem, hat mich ein Lied eingeholt. Bobby Caldwells „What You Won’t Do for Love“ – dieser samtige Groove aus den späten 70ern, der sich anfühlt wie eine warme Hand auf der Schulter.

Es ist seltsam, wie ein solcher Song einen nicht beschleunigt, sondern beruhigt. Das Rhodes schwingt mit, die Basslinie passt sich deinem Tempo an, und plötzlich fühlt sich der ganze Tag weniger wie eine Aufgabe an, die es zu lösen gilt, sondern eher wie etwas, durch das man sich bewegt. Caldwell hatte diese Gabe – Wetter in Gefühle zu verwandeln, kleine Momente in Rhythmus. Und während der Song lief, veränderte die Stadt ein wenig ihre Gestalt. Die Bürgersteige leuchteten. Der Regen spielte keine Rolle mehr. Die Zeit nahm den Fuß vom Gaspedal.

Es hat etwas still Magisches, im richtigen Moment auf den richtigen Song zu stoßen. Man wählt ihn nicht aus; er wählt einen aus. Und an einem ruhigen Tag wie diesem reicht das schon aus. Eine Erinnerung daran, dass nicht alles Schwung oder Kraft braucht. Manchmal ist ein guter Groove mehr als nur Stimmung – er ist eine Erlaubnis.


Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt.
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