Bar-Teilzeitstelle: San Franciscos „Natural Wine Listening Room“
Von Rafi Mercer
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Das „Bar Part Time“ ist einer der unauffälligen Orte in San Francisco, an denen man Musik genießen kann – es befindet sich an der Schnittstelle zwischen Naturwein-Kultur, Musikkuration und der Intimität kleiner Veranstaltungsorte.
Name des Veranstaltungsorts: Bar Part Time
Adresse: 496 14th Street, San Francisco, CA 94103, Vereinigte Staaten
Instagram: @barparttime
Website: barparttime.com
Telefon:
Im „Bar Part Time“ herrscht eine Stille, die einen schon beim Betreten des Lokals erfasst – mit sanftem Licht, Holz und Glas, Wänden, die sich fast zum Gast hin neigen, und einer Weinkarte, die wie eine analoge Vinylkiste wirkt: sorgfältig zusammengestellt, persönlich, durch und durch gefühlvoll. Streng genommen handelt es sich nicht um eine „Listening Bar“ in der reinen Tradition japanischer Jazz-Kissa – doch die Musik ist hier ein wesentlicher Bestandteil der Architektur. Sie prägt die Abende. Sie vermittelt das Gefühl, dass Klang wichtig ist.
Das „Bar Part Time“ versteht sich in erster Linie als Naturweinbar und Tanzlokal. Seine Philosophie ist kunstvoll: Die Auswahl fällt auf kleine Produzenten, „lebendige“ Weine und minimale Eingriffe, sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Die Beleuchtung ist warm, kräftige Lichtstrahlen fallen auf die Tische; die Stühle sind niedrig. Man kommt nicht nur, um Wein zu trinken, sondern um in die Abenddämmerung einzutauchen, in flüsternde Gespräche und Musik, die präsent ist, ohne zu überwältigen. Zwischen den Noten bleibt genügend Raum.
Der Sound wird nicht verstärkt, um die Tanzfläche zu erobern. Er hüllt einen ein. An manchen Abenden greift ein DJ auf seine tiefsten Plattenkisten zurück – Ambient, Electronica, Jazz –, die zur Textur des Weins passen. Die Mischung ist niemals zufällig: Die Titel scheinen so ausgewählt zu sein, dass sie die Tannine untermalen und den Gaumen umschmeicheln. Es ist ein Ort, an dem sich die Frequenzen hautweich anfühlen, an dem man sich vielleicht vorbeugt, um das Knistern der Schallplatte oder das Ausklingen eines nebelartigen Halls zu hören.
Akustisch profitiert der Raum von zurückhaltenden Materialien: Holz, weiche Stoffe, Deckenhöhen, die den Schall leiten, ohne ein hohles Echo zu erzeugen. Die Sitzanordnung lädt zu kleinen Gruppen und stiller Entdeckung ein. Man muss nicht über die Lautsprecher hinwegschreien; man hört zu und beugt sich vor. Es herrscht zwar Energie – an Wochenendabenden sogar noch mehr –, doch die Atmosphäre bleibt frei von Chaos. Stattdessen wird die Spannung zwischen Intimität und gemeinsamer Präsenz aufrechterhalten.
Die Musikkultur von San Francisco war schon immer von der Geschichte geprägt: Jazz im „Black Bottom“, Folk-Clubs im Haight-Viertel, die Beat-Generation, die Gegenkultur. Das „Bar Part Time“ gibt nicht vor, all das wieder aufleben zu lassen, doch es führt etwas davon fort: eine Atmosphäre des Zusammenkommens, der Kunst, die den normalen Tagesablauf durchbricht, und des Klangs, der sich weigert, bloßer Hintergrund zu sein. In der Stadtlandschaft aus Weinbars, Restaurants und Nachtlokalen fühlt sich das hier anders an – ruhiger in der Absicht, reichhaltiger in der Textur.
Wer das „Bar Part Time“ verlässt, tut dies mit etwas geschärften Ohren – die stillen Momente sind präsenter, die Klangschichten besser wahrnehmbar. Vielleicht erwischt man sich dabei, wie man auf der Heimfahrt den letzten Titel noch einmal anhört, oder man möchte einfach nur zurückkehren, um zu hören, wie sich der Raum unter verschiedenen Liedern und bei unterschiedlicher Beleuchtung verändert. Denn genau das kann ein Hörraum – selbst einer, in dem Wein serviert wird – bieten: Dieser Klang, wenn er bewusst in den Vordergrund gerückt wird, verleiht der Zeit eine neue Dimension.
Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Wenn Sie weitere Beiträge aus „Tracks & Tales“ lesen möchten, abonnieren Sie den Newsletter oder klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.