Ember and Echo: „Little Fires‘“ Mezcal- und Vinyl-Oase in Bethnal Green

Ember and Echo: „Little Fires‘“ Mezcal- und Vinyl-Oase in Bethnal Green

Von Rafi Mercer

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Name des Veranstaltungsortes: Little Fires
Adresse: 233 Hackney Road, Bethnal Green, London E2 8NA, Vereinigtes Königreich
Website: https://littlefires.bar/
Telefon: Tel.: +44 20 3807 8826

Während London seine Freuden gerne lautstark zur Schau stellt, flüstert das „Little Fires“ sie einem stattdessen zu. Es ist eine Adresse, an der man ein halbes Dutzend Mal vorbeigehen könnte, ohne sie jemals zu bemerken – keine großen Schilder, keine grellen Lichter –, nur das vage Gefühl, dass unter den eigenen Füßen etwas vor sich geht. Und genau dort befindet es sich auch: in einem Keller, der umgestaltet und neu konzipiert wurde – als Oase für Mezcal und Schallplatten für alle, die ihre Abende lieber gemächlich ausklingen lassen.

Der Abstieg ist kurz, aber bedächtig. Ein schmales Treppenhaus führt hinab in einen Raum, in dem bernsteinfarbenes Licht tief hängt und warme Schatten über Holztische und sanft strukturierte Wände wirft. Die Decke ist so niedrig, dass der Klang nicht weit zurücklegen muss – er kommt direkt, detailreich und irgendwie persönlich an, als wäre die Platte nur für dich allein bestimmt.

Entlang einer Wand erstreckt sich eine kurze Theke, auf der Mezcal-Flaschen in allen erdenklichen Farbtönen stehen – von blassem Strohgelb bis hin zu tiefem Karamell. Hinter der Theke leuchten die Vinylregale sanft, wobei jeder Plattenrücken ein kleiner Hinweis auf eine mögliche Stimmung ist. Man merkt schnell, dass die Flaschen und die Schallplatten hier den gleichen Stellenwert einnehmen: Die Getränke und die Musik sind beide Protagonisten, die sich gegenseitig auf subtile, unausgesprochene Weise beeinflussen.

Die Anlage ist makellos, ohne protzig zu wirken. Dies ist kein Technik-Showroom – es ist ein Raum, in dem sich die Geräte nahtlos in die Atmosphäre einfügen. Der Plattenspieler steht auf einem soliden Sockel, flankiert von Verstärkern, die ebenso sehr wegen ihrer Wärme wie wegen ihrer Leistung ausgewählt wurden. Die Lautsprecher sind so platziert, dass keine Ecke vernachlässigt wird; der Bass ist voll, aber niemals aufdringlich, die Höhen sanft und dennoch klar. Es entsteht kein Gefühl von Anstrengung, selbst wenn die Musik an Intensität zunimmt.

Am frühen Abend schwingt sich die Atmosphäre im Rhythmus eines meisterhaft gemixten Drinks. Vielleicht hört man eine ECM-Platte – ein ätherisches Klavier, eine geduldige Basslinie –, gepaart mit etwas Klarem und Frischem im Glas. Mezcal, den man bisher vielleicht nur aus rauchigen, aggressiven Varianten kennt, offenbart sich hier in seinen subtileren Facetten: blumig, mineralisch, mit Kräutern unterlegt. Das Personal kennt sich mit Agavenbränden genauso gut aus wie Plattensammler mit Katalognummern. Fragt man nach der Platte, nennen sie das Pressjahr und das Label; fragt man nach dem Mezcal, erfährt man den Ort, den Hersteller und die Bodenbeschaffenheit.

Der Name – „Little Fires“ – ergibt im Laufe des Abends immer mehr Sinn. Hier gibt es kein großes Feuerwerk, keine spektakulären DJ-Drops. Stattdessen besteht der Abend aus einer Reihe kleiner Funken: ein bestimmter Akkordwechsel, die Art, wie eine Trompetennote im Raum erklingt, der kurze Schärze-Kick einer Chilischote im Abgang eines Cocktails. Diese Momente lodern auf, glühen und verwandeln sich dann in Glut, die Wärme hinterlässt.

Bei einem kürzlichen Besuch entwickelte sich das Programm in einem sanften Bogen von Ambient-Elektronik hin zu tieferem, groovigem Jazz. Der DJ – ein Begriff, der für die ruhige Selbstsicherheit, die hier herrschte, fast zu groß erscheint – bewegte sich mit minimalen Gesten und ließ die Stücke atmen. Ein Synthesizer schimmerte über einer dubartigen Bassline; der Rhythmus war gleichmäßig, aber ohne Eile. Die Leute unterhielten sich, aber auf eine Weise, die sich der Musik anpasste und ihr ohne Widerstand den Mittelpunkt überließ.

Die Mezcal-Verkostungssets laden zum Verweilen ein. Drei kleine Gläschen, jedes mit eigenem Charakter, werden zusammen mit einer Karte serviert, auf der steht, woher der Mezcal stammt und worauf man achten sollte. Das Erlebnis spiegelt das Zuhören wider: Bei aufmerksamer Wahrnehmung offenbaren sich Facetten, die man in der Eile übersehen würde. Ein heller, fast zitrusartiger Mezcal passt vielleicht zu einem luftigen japanischen Jazz-Piano-Stück; ein rauchiger, erdiger Mezcal könnte den Raum mit einer tiefen, modalen Coltrane-Nummer teilen.

Der Raum selbst wirkt wie ein Rückzugsort vor dem Trubel der Hackney Road da oben. Hier fühlt man sich wohl – unter der Erde verläuft die Zeit anders. Man nimmt die Uhrzeit gar nicht wahr, sondern nur die Abfolge der Platten und die Art, wie der Mezcal die Ecken und Kanten abmildert. Die Beleuchtung wird im Laufe der Nacht etwas gedämpfter, die Farben werden intensiver, und die Gespräche nehmen eine vertraulichere Wendung.

Ein Detail ist besonders erwähnenswert: Am DJ-Pult herrscht kein Gedränge. Der DJ ist Teil des Raums, er steht weder auf einer Bühne noch ist er versteckt. Die Gäste können auf ihn zugehen, nach einem Titel fragen oder eine Empfehlung aussprechen. Dadurch wirkt das Kuratieren weniger wie eine Performance und mehr wie Gastfreundschaft. Und es funktioniert – die Leute gehen mit neuer Musik im Kopf und neuen Geschmackserlebnissen im Gaumen nach Hause.

Es ist verlockend, „Little Fires“ mit den japanischen „Listening Bars“ zu vergleichen, auf die es eindeutig Anspielungen enthält, doch der Vergleich hinkt. Hier geht es nicht um gedämpfte Ehrfurcht – es geht um Intimität. Es geht darum, zwei Künste – Spirituosen und Klang – zusammenzubringen und sie in einem Raum aufeinanderwirken zu lassen, der klein genug ist, um alles ohne Verwässerung zu fassen.

Wenn du wieder auf die Straße hinaufsteigst, kommt dir die Außenwelt lauter vor, als du sie in Erinnerung hast. Die Busse scheinen lauter zu sein, die Schritte schneller. Aber irgendwo tief in dir trägst du immer noch eine kleine Glut aus dem Raum da unten mit dir – eine Wärme und einen Klang, die, wenn überhaupt, nur langsam verblassen werden.

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Für weitere Geschichten aus der Reihe „Tracks & Tales“ abonnieren Sie oder hier, um mehr zu lesen.

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