Frankie's Jazz Club – Vancouver, Innenstadt: Gemütlicher Supper Club

Frankie's Jazz Club – Vancouver, Innenstadt: Gemütlicher Supper Club

Von Rafi Mercer

Neues Angebot

Name des Veranstaltungsortes: Frankie's Jazz Club

Adresse: 755 Beatty Street, Vancouver, BC, Kanada

Website: frankiesjazzclub.ca

Instagram: @frankiesjazzclub

Es gibt eine Art von Jazzclub, der mehr in der Erinnerung als in der Realität existiert. Der schummrige Raum. Die weißen Tischdecken. Die Band, die sich vor dem ersten Set einrichtet, noch nicht spielt, aber bereits präsent ist – diese ganz besondere Stille, die in einem Raum herrscht, wenn man weiß, was gleich passieren wird.

Das „Frankie’s“ in der Beatty Street in Vancouver kommt dieser Erinnerung schon sehr nahe.

Das 2011 gegründete Lokal befindet sich im Georgian Court Hotel und tritt nicht besonders auffällig in Erscheinung. Von außen lässt es nichts erkennen. Doch sobald man eintritt, tut der Raum das, was gute Räume immer tun – er senkt die Temperatur des Abends um ein paar Grad, verlangsamt das Tempo und flüstert einem leise zu: Wo auch immer man gerade herkommt, hier ist man nun an einem anderen Ort.

Auf die Raumaufteilung wurde geachtet. Nicht zu groß, nicht zu eng – intim, und zwar in einer Weise, die der Musik dient und nicht dem Publikum. Jeder Platz ist bewusst so angelegt, dass er zur Bühne ausgerichtet ist. Die Beleuchtung ist gedämpft, aber nicht theatralisch. Es ist jene Art von Dunkelheit, die die Menschen dazu bringt, sich vorzubeugen, anstatt wegzuschauen. Hier wird nichts übertrieben. Keine Spielereien. Einfach ein Raum, der seinen Zweck versteht.

Das Programm ist das Herzstück des Ganzen. Künstlerischer Leiter Cory Weeds gestaltet ein wöchentliches Programm, das auf ernsthaften Musikern basiert – Hard Bop, Straight-Ahead, die Tradition, die eher mit Überzeugung als mit Nostalgie gespielt wird. Die ganze Woche über treten auf der Bühne sowohl lokale Größen auf, die sich in dieser Stadt einen Namen gemacht haben, als auch Gastkünstler, die wissen, dass Vancouver die Reise wert ist. Die Anerkennung durch das DownBeat-Magazin ist kein Zufall – sie spiegelt eine Buchungsphilosophie wider, bei der die Musik an erster Stelle steht und alles andere erst an zweiter Stelle.

Die Küche ist italienisch, hausgemacht und besser, als man es von einem Lokal erwarten würde, in dem die Musik im Mittelpunkt steht. Die Weinkarte konzentriert sich auf das Okanagan-Tal – British Columbias eigene Weinregion – und bietet darüber hinaus eine Auswahl an italienischen Weinen, die perfekt zum Rhythmus eines Abends passen, der sich eher in Sets als in Stunden entfaltet.

Was im „Frankie’s“ am besten gelingt, ist etwas, das seltener ist, als es klingt: Es schafft eine Atmosphäre, in der das Zuhören sich ganz natürlich anfühlt. Nicht, weil Gespräche unerwünscht wären, sondern weil die Musik so gut ist, dass sich die Gespräche still und leise ihr unterordnen. Man stellt unwillkürlich sein Glas ab, um einer Melodiefolge zu folgen, beugt sich bei einem Solo vor und kommt aus dem zweiten Set heraus, ohne so recht zu wissen, wo die Zeit geblieben ist.

Das ist das Kennzeichen eines Raums, der seine Aufgabe versteht.

Sieben Vorstellungen pro Woche. Von Mittwoch bis Sonntag. Späte Vorstellungen für alle, die der Musik noch über die Stunde hinaus folgen möchten, wenn in der Stadt sonst schon alles geschlossen hat.

Die Musikszene in Vancouver ist noch dabei, ihre Form zu finden. Doch „Frankie’s“ behauptet sich bereits seit 2011, und diese Beständigkeit ist bemerkenswert – ein Ort, der sich selbst definiert hat und diesem Selbstverständnis treu geblieben ist. Wer während seines Aufenthalts in der Stadt noch mehr entdecken möchte, findet bei „Lala“ ein ganz anderes Ambiente: unterirdisch, mit Schwerpunkt auf Vinyl, in seinen Ambitionen zurückhaltender, aber nicht weniger dem Sound verpflichtet.

Das ist nicht gerade wenig.

In einer Stadt, die gerade lernt, zuzuhören, ist dies ein Ort, der es bereits kann.


Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Wenn Sie weitere Beiträge aus „Tracks & Tales“ lesen möchten, abonnieren Sie den Newsletter oder klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.

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