In Between Days: Eine von Japan inspirierte Oase der Ruhe an der Golfküste Floridas

In Between Days: Eine von Japan inspirierte Oase der Ruhe an der Golfküste Floridas

Von Rafi Mercer

Neues Angebot

Name des Veranstaltungsortes: In Between Days
Adresse: 2349 Central Avenue, St. Petersburg, Florida 33713
Website: In Between Days
Instagram: @inbetweendays.co
Telefon: (727) 623-9000
Spotify-Profil: k. A.

Florida wird seit jeher mit Licht assoziiert – dem gleißenden Sonnenlicht auf dem Meer, dem feuchten Schimmer der Dämmerung, dem Neon-Glanz der Strandorte. Doch in St. Petersburg, versteckt an der Central Avenue, gibt es einen Raum, in dem das Licht gedämpft ist und der Klang im Vordergrund steht. „In Between Days“ ist eine japanisch inspirierte Hörbar, eine Sake-Lounge und ein Vinyl-Refugium, das den Eindruck erweckt, als sei es direkt aus den Seitenstraßen von Shinjuku an die Golfküste Floridas versetzt worden.

Schon der Name ist poetisch: Ein Ausdruck, der den Übergang zwischen Arbeit und Ruhe, Tag und Nacht, Stille und Musik andeutet. Sobald man durch die Türen tritt, wird diese Philosophie greifbar. Das Design ist schlicht und elegant, geprägt von dunklem Holz, gedämpfter Beleuchtung und Regalen mit Schallplatten, die sich hinter den Sitznischen erheben. Es herrscht eine Atmosphäre der Ruhe – die Stadt draußen verstummt zu einem leisen Murmeln, und innerhalb von Sekunden fühlt man sich in eine andere Welt versetzt.

Die Soundanlage ist das Herzstück von „In Between Days“. Sie wurde mit dem Anspruch eines Audiophilen aufgebaut und kombiniert Vintage-Analogverstärker mit warmen Vollbereichslautsprechern, die so konzipiert sind, dass sie Schallplatten atmen lassen. Die Klangtreue ist außergewöhnlich. Akustikgitarren schimmern mit ihrer ganzen Textur, Basslinien dröhnen mit Gewicht, und der Gesang erreicht nicht nur die Ohren, sondern auch die Brust. Jede Schallplatte wirkt präsent, greifbar, lebendig. Gemäß den „5 Regeln für klangliche Exzellenz“ setzt das Lokal Maßstäbe in den Bereichen „Sound-System-Qualität“ und „akustisches Umfeld“: Der Raum wurde so abgestimmt, dass er die Musik wie ein Gefäß einfängt und sie formt, ohne sie einzuschränken.

Das Programm ist tief in der Vinyl-Kultur verwurzelt, wobei den DJs Raum gegeben wird, genreübergreifend Geschichten zu erzählen. Manche Abende tendieren zum Jazz, andere zu Dub oder Disco, wieder andere zu Ambient und experimentellen Klängen. Der rote Faden ist dabei die Absicht: Musik, die nicht ausgewählt wird, um Stille zu füllen, sondern um Atmosphäre zu schaffen. Eine Platte ist hier niemals Hintergrund – sie steht immer im Vordergrund und lädt zum Zuhören ein. Gemessen an den Maßstäben von „Sonic Intent“ und „Curation & Vibe“ schneidet „In Between Days“ hervorragend ab.

Was diesen Ort zusätzlich auszeichnet, ist sein Engagement für das Getränk. Während sich Tokios „Listening Bars“ oft auf Whisky konzentrieren, setzt „In Between Days“ auf Sake. Die Karte bietet eine wechselnde Auswahl sorgfältig ausgewählter Flaschen, die in traditionellen Gefäßen serviert und von fundierten Erläuterungen begleitet werden. Daneben sind die Cocktails japanisch inspiriert: Shiso, Yuzu und saisonale Aufgüsse sorgen für Getränke, die ebenso nuancenreich sind wie die Musik. Jeder Schluck fühlt sich wie eine weitere Ebene im Hörritual an.

Das Publikum spiegelt die sich wandelnde Kultur der Stadt wider. St. Petersburg, seit jeher ein Zufluchtsort für Künstler und Kreative, hat sich zu einer der kreativsten Enklaven Floridas entwickelt, und „In Between Days“ schöpft reichlich aus dieser Gemeinschaft. An jedem beliebigen Abend versammeln sich hier Designer, Musiker, Köche und neugierige Einheimische im Schein der Lichter. Die Atmosphäre ist intim, fast schon verschwörerisch – ein gemeinsames Bewusstsein dafür, dass man Teil von etwas ist, das in diesem Teil des Landes selten zu finden ist.

Konsistenz – der ultimative Maßstab für klangliche Exzellenz – wird still und leise gewahrt. Das System wird in makellosem Zustand gehalten, das Programm stets sorgfältig zusammengestellt, die Getränke immer mit Sorgfalt zubereitet. Ganz gleich, ob man an einem ruhigen Dienstag oder an einem geschäftigen Wochenende vorbeischaut – die Qualität des Erlebnisses bleibt unverändert. Es ist diese Zuverlässigkeit, Woche für Woche, die eine Bar zu einem kulturellen Anker macht.

Wenn man nach Ladenschluss nach draußen tritt, kehrt Florida zurück – Palmen, die sich in der Nacht abzeichnen, die Hitze des Tages, die noch immer in der Luft hängt, die Brise vom Golf, die aus dem Westen hereinweht. Doch in den Ohren bleibt der Nachhall bestehen: das Knistern der Schallplatte, die Klarheit der Bläser, die Wärme des Sake. Für ein paar Stunden hast du in einer Zeitblase gelebt, in der nur das Zuhören zählte. Das ist das Besondere an „In Between Days“: Es ist weniger eine Bar als vielmehr ein Zufluchtsort, eine Erinnerung daran, dass Klang – wenn man ihm Raum gibt – immer noch die Art und Weise verändern kann, wie wir die Welt erleben.


Mehr entdecken

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Wenn Sie weitere Beiträge aus „Tracks & Tales“ lesen möchten,abonnieren Sie den Newsletter oderklicken Sie hier, um mehr zu erfahren.

Zurück zu den Geschichten

Keine Playlist.

Die Zahl der Gründungsmitglieder ist weltweit auf 200 begrenzt. Der „Tracks & Tales Listening Club“ richtet sich an alle, die verstehen, dass Zuhören kein Hintergrundgeräusch ist, sondern dass es darum geht, ganz bei der Sache zu sein.

JETZT MITMACHEN