Kinyōbi – Kopenhagen / Stadtzentrum – Gastfreundschaft, die vom Klang geleitet wird

Kinyōbi – Kopenhagen / Stadtzentrum – Gastfreundschaft, die vom Klang geleitet wird

Ein Restaurant, in dem der Sommelier noch durch den Saal geht.

Von Rafi Mercer
Neues Angebot

Name des Veranstaltungsortes: Kinyōbi
Adresse: Antonigade 2, 1106 Kopenhagen, Dänemark
Website: https://kinyobi.dk/
Instagram: https://www.instagram.com/kinyobi_cph/

Kinyōbi ist teils Restaurant, teils Hörraum und teils Kultursalon – ein Ort, der auf unaufdringliche Weise neu definiert, wie Gastfreundschaft und Musik in Kopenhagen miteinander verschmelzen können.

Der Name selbst leitet sich vom japanischen Wort für Freitag ab – eine subtile Anspielung auf den Rhythmus der Woche und die Vorfreude auf Abende, die man bei gutem Essen, angeregten Gesprächen und sorgfältig ausgewählten Schallplatten verbringt. Doch Kinyōbis Anspruch reicht weit über einen einzigen Abend hinaus. In nur wenigen Monaten seit der Eröffnung hat sich der Veranstaltungsort von gelegentlichen Wochenendveranstaltungen zu einem nahezu durchgängigen Musikprogramm entwickelt – hin zu einem siebentägigen kulturellen Rhythmus, in dem Musik ganz selbstverständlich mit dem kulinarischen Genuss einhergeht.

Im Mittelpunkt des Raums steht Will King-Smith, der Kreativdirektor und Inhaber des Veranstaltungsortes, dessen Rolle fließend zwischen Gastgeber, Kurator und Dirigent wechselt. In einem Moment arbeitet er mit der Küche zusammen, im nächsten betritt er den Saal, um zuzuhören – er überprüft die Lautstärke, spürt die Stimmung im Raum und passt den Klang dem jeweiligen Moment an.

In den versteckteren Ecken der Clubkultur ist diese Praxis durchaus bekannt. Der großartige Larry Levan war dafür bekannt, über die Tanzfläche des Paradise Garage zu schlendern und den Sound im Laufe der Nacht in Echtzeit fein abzustimmen. In Restaurants hingegen ist diese Art der Aufmerksamkeit für Musik nach wie vor selten. Kinyōbi bringt diese Sensibilität in die Gastronomie ein – indem es den Raum selbst als lebendige akustische Umgebung betrachtet.

Das Musikprogramm wird hier nicht ausgelagert. Stattdessen wird es von innen heraus gestaltet, wobei die Programmgestalter direkt aus dem kreativen Ökosystem Kopenhagens stammen – Plattenladenbesitzer, Veranstalter, DJs und Kulturorganisatoren, die den Sound der Stadt bereits prägen. Das Ergebnis ist ein Programm, das sich zutiefst lokal anfühlt und sich ständig weiterentwickelt.

Mehrere regelmäßig stattfindende Veranstaltungen bilden feste Eckpfeiler des Veranstaltungskalenders. „Fresh Picks“ bietet unter der Woche ein Entdeckungsformat, bei dem aufstrebende DJs und überraschende Platten vorgestellt werden. „Playtime“ richtet den Fokus auf Persönlichkeiten aus der Gastronomie, die zugleich leidenschaftliche Sammler und DJs sind – eine Erinnerung daran, dass guter Geschmack oft mühelos zwischen Küche und Plattenkiste hin- und herwandert. „Golden Friday’s“ hingegen läutet das Wochenende mit einem entspannten Rhythmus am frühen Abend ein, der die Geselligkeit der Happy Hour mit warmem, sorgfältig kuratiertem Sound verbindet.

Anstatt Restaurant und Musiklokal voneinander zu trennen, lässt Kinyōbi beide in einem fließenden Rhythmus nebeneinander existieren. Eine Unterhaltung am Tisch kann sich entfalten, während ein DJ die Stimmung im Raum subtil verändert; eine Mahlzeit kann sich im Laufe des Abends allmählich in eine Hörsession verwandeln. Die Musik ist präsent, ohne jedoch aufdringlich zu sein – sie prägt die Atmosphäre, ohne sie zu dominieren.

Es gibt bereits Pläne für Sonntags-Hörveranstaltungen und längerfristige Residenzen, was darauf hindeutet, dass der Veranstaltungsort erst am Anfang seiner kulturellen Entwicklung steht. Am auffälligsten ist jedoch das Gefühl der Zielstrebigkeit. Jedes Element – Klang, Essen, Beleuchtung, Programmgestaltung – scheint darauf ausgerichtet zu sein, dieselbe Idee zu untermauern: dass Gastfreundschaft noch gesteigert werden kann, wenn Musik mit derselben Sorgfalt behandelt wird wie die Küche.

In einer Stadt, die ohnehin schon für durchdachtes Design und kreative Unabhängigkeit bekannt ist, etabliert sich das Kinyōbi rasch als Treffpunkt für Kopenhagens Musikliebhaber. Kein Club, nicht einfach nur ein Restaurant, sondern etwas, das auf seine eigene, zurückhaltende Art ehrgeizig ist.

Ein Ort, an dem der DJ immer noch in den Raum kommt, um zuzuhören.

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