Vom Label zur Lounge: Die klangliche Präzision von Studio Mule in Shibuya

Vom Label zur Lounge: Die klangliche Präzision von Studio Mule in Shibuya

Von Rafi Mercer

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Das Studio Mule ist eine der renommiertesten Listening-Bars Tokios – mehr dazu erfahren Sie in unserem Leitfaden zu den Musiklokalen in Tokio.

Name des Veranstaltungsortes: Studio Mule
Adresse: 2-13-5 Shibuya, Shibuya-shi, Tokio 150-0002, Japan
Website: mulemusiq.com
Telefon: +81 3-6452-6174
Spotify-Profil: k. A.


Shibuya ist ein Stadtteil voller Bewegung – blinkende Lichter, sich kreuzende Menschenmengen, Schaufenster, die um Aufmerksamkeit buhlen. Doch wenn man sich nur ein paar Straßen vom Trubel entfernt, stößt man auf das Studio Mule, wo sich all diese Bewegung zu etwas Ruhigem, Konzentriertem und ganz auf das Gehör Ausgerichtetem verdichtet.

Der Raum ist klein, fast schon karg in seinem Minimalismus. Weiße Wände, eine Handvoll Holztische, eine Bar, die sich sauber und durchgehend an einer Seite entlangzieht. Ganz hinten befindet sich der „Altar“: eine perfekt ausgerichtete DJ-Kabine, Regale voller Schallplatten und Lautsprecher, die nicht zur Zierde, sondern im Sinne der klanglichen Symmetrie aufgestellt sind.

Studio Mule gehört Toshiya Kawasaki, dem Gründer des Labels Mule Musiq, und diese Herkunft ist überall spürbar. Die hier ausgewählten Platten sind eng verwandt mit den Veröffentlichungen des Labels – tiefgründiger, gemächlicher House; gefühlvoller Jazz; Leftfield-Stücke, die die Zeit eher dehnen als zu beschleunigen. Jeder Track vermittelt den Eindruck, als sei er genau darauf abgestimmt worden, wie er in genau diesem Raum klingen wird.

Der Klang selbst ist ein Musterbeispiel für Zurückhaltung. Die Lautstärke ist niemals übermäßig, doch die Klarheit ist absolut. Man hört die Finger auf den Saiten, die Luft in den Blechbläsern, das leiseste Anschlagen der Schlaginstrumente. Es ist die Art von Anlage, bei der die Stille genauso viel Gewicht hat wie die Töne selbst.

Auch bei den Getränken wird mit derselben Sorgfalt vorgegangen. Die Karte ist kurz, aber anspruchsvoll: Highballs mit genau der richtigen Spritzigkeit, Whiskys, die wegen ihrer Tiefe ausgewählt wurden, Weine, die sich im Laufe eines Menüs langsam entfalten. Der Service ist aufmerksam, aber niemals aufdringlich – das Personal scheint zu verstehen, dass man in erster Linie zum Zuhören und erst in zweiter Linie zum Trinken hier ist.

Das Programm wechselt jeden Abend. An manchen Abenden legen erfahrene DJs aus Tokio auf, an anderen sind internationale Gäste zu Gast, und gelegentlich ist es einfach nur der Haus-DJ, der für eine Handvoll Stammgäste die Stimmung im Club prägt. Hier gibt es kein Gefühl von „großem Ausgehabend“; jeder Besuch fühlt sich wie eine private Einladung an.

Während es in den größeren Clubs Tokios um den Rausch geht – das Gedränge der Menschen, die Wucht der Lautstärke –, dreht sich im Studio Mule alles um die Anziehungskraft. Es zieht einen nach innen, hin zu den feinen Nuancen des Klangs, hin zum Vergnügen, etwas so zu hören, wie es gehört werden soll.

Wenn man geht und sich wieder in den Strom von Shibuya stürzt, wirkt die Welt lauter, heller und schneller. Doch in den Ohren hallt noch immer etwas Leiseres, Beständigeres und weitaus Bleibenderes nach.

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Wenn Sie weitere Beiträge aus „Tracks & Tales“ lesen möchten, abonnieren Sie den Newsletter oder klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.


Mehr entdecken: Sehen Sie sich unsere „Listening Bars“-Kollektion für Veranstaltungsorte weltweit an.

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