Laziza – Brooklyns Falafel- und Funk-Frequenz

Laziza – Brooklyns Falafel- und Funk-Frequenz

Von Rafi Mercer

Neues Angebot

Name des Veranstaltungsortes: Laziza
Adresse: 306A Malcolm X Boulevard, Brooklyn, New York 11233, Vereinigte Staaten.
Website: funkylaziza.com
Instagram: @funkylaziza

Die Musik steht an erster Stelle. Das ist immer so. Noch bevor die Lichter angehen, noch bevor der Duft von gegrillten Gewürzen in die Nase steigt, noch bevor der erste Cocktail serviert wird, spürt man den Rhythmus. Ein tiefer, warmer Puls – Funk-Basslinien, die unter Oud-Melodien hindurchgleiten – erfüllt den Raum. Das ist Laziza, Bed-Stuys neueste Mischung aus Klang und Geschmack, wo Schallplatten, Mezze-Teller und ein tiefes Gefühl für Groove an einem Tisch vereint sind.

Am Malcolm X Boulevard gelegen, sticht das „Laziza“ wie eine warme Glut aus der Straße hervor. Durch die Schaufenster erhascht man einen Blick auf bernsteinfarbenes Licht, hängende Discokugeln und das Flackern der Reflexionen auf verspiegelten Fliesen. Im Inneren wirkt der Raum lebendig. Die Farbpalette besteht aus Gold- und Pflaumentönen; mit Samt bezogene Sitzbänke umgeben Tische, auf denen Keramikgeschirr verstreut ist. Die Bar leuchtet in sanftem Bernstein, Flaschen reihen sich wie Instrumente, die zum Stimmen bereit sind. Jede Oberfläche hat eine eigene Textur – Mosaik, Kork, Messing, Glas –, die so ausgewählt wurde, dass sie das Licht absorbiert und den Klang weiterleitet. Es ist ein Raum, der sich anfühlt, als sei er vom Rhythmus geformt worden.

Die Gründer von Laziza haben ihr Konzept auf drei Begriffe aufgebaut: Falafel, Funk und gute Laune. Die Speisekarte strahlt dieselbe verspielte Selbstsicherheit aus. Im Kern ist es nahöstlich, in der Umsetzung jedoch global: auf Holzkohle gegrillte Lammspieße, knuspriger Blumenkohl mit Tahini, Hummus mit gebräunter Butter und Sumach, Muhammara und warmes Fladenbrot, das noch den Duft des Ofens in sich trägt. Die Gerichte werden in Wellen serviert, wie Titel auf einer Playlist – jedes einzelne vertraut und doch frisch gemischt.

Die Bar folgt dem gleichen Rhythmus. Die Getränke tendieren zu aromatischen und sonnigen Noten – Zitrusfrüchte, Gewürze und regionale Spirituosen, die in Cocktail-Klassiker eingewoben sind. Arak steht neben Craft-Gin auf der Karte; Mezcal trifft auf Granatapfel; es gibt einen Haus-Martini mit Za’atar-verfeinertem Wermut. Jedes Glas wirkt wie ein neuer Titel im Set. Nichts hier ist protzig, und doch strahlt alles ein unverwechselbares Gefühl für den Ort aus.

Doch es ist der Sound, der das Laziza ausmacht. Die Nächte entfalten sich wie ein Album – Titel für Titel, Gang für Gang. Die hauseigenen DJs greifen auf Funk, Soul, Disco und alte Platten aus dem Nahen Osten zurück und legen die Vinylplatten auf einer sorgfältig abgestimmten Hi-Fi-Anlage auf. Die Musik ist niemals nur Hintergrundmusik; sie ist die Identität der Bar. Je später der Abend wird, desto mehr verschmelzen die Percussion-Rhythmen mit den Gesprächen, der Raum passt sich dem Tempo an, und man spürt etwas Seltenes: ein Restaurant, das wie eine Tanzfläche atmet.

Die Anlage selbst ist auf Intimität abgestimmt – warme Mitten, ein Bass, der Substanz hat, ohne jemals zu überwältigen. Hinter der Bar stehen in Kisten gestapelte Schallplatten, deren Hüllen eine Collage aus arabischer Typografie und amerikanischem Funk bilden. An einem Abend hört man vielleicht, wie „The Crusaders“ nahtlos in Fairuz übergehen; an einem anderen einen Mix aus Habibi Funk und Roy Ayers. Die Zusammenstellung ist gewagt, aber nahtlos – ein Beweis dafür, dass Genres über Kontinente hinweg miteinander kommunizieren können, wenn man nur genau genug hinhört.

Das Publikum ist so bunt gemischt wie die Playlist. Lokale Künstler und Plattensammler mischen sich unter Paare, die einen Abend zu zweit genießen, Nachbarn, die auf einen Mezze vorbeischauen, und Musikfans, die gekommen sind, um die Auswahl zu hören. Gespräche überschneiden sich, Gläser klirren, und zwischen den Sets herrscht dieses goldene Summen der Zufriedenheit, das nur entsteht, wenn ein Raum seinen Rhythmus findet. Es ist gesellig, aber ungezwungen, cool, ohne berechnend zu wirken – genau die Art von Energie, die New York schon immer am besten beherrscht hat.

Lazizas Design spielt mit diesem Tempo. Die Beleuchtung ist gedämpft und spiegelt sich in metallischen Akzenten wider. Die Tische stehen nah genug beieinander, um Kontakte zu fördern, sind aber so angeordnet, dass der Klang ungehindert zirkulieren kann. Es gibt keine Bühne, keine Trennung zwischen DJ und Gästen – die Plattenspieler sind Teil der Bar und in den Ablauf des Abends integriert. Das Ergebnis ist ein Gefühl der Zusammengehörigkeit: Essen, Trinken, Musik und Menschen, die auf derselben Wellenlänge sind.

Es ist kein Zufall, dass der Name auf Arabisch „köstlich“ bedeutet. Laziza basiert auf Genuss – sinnlich, gemeinschaftlich, unprätentiös. In einer Stadt, in der so viele Bars auf Spektakuläres setzen, strebt diese Bar nach Ausgewogenheit. Im Grunde ist es eine Bar, in der man zuhört, doch sie verlangt keine Ehrfurcht. Sie verlangt lediglich Teilnahme – zu kosten, sich zu bewegen, eine Weile zu verweilen.

Wenn man wieder nach draußen tritt, klingt Bed-Stuy ganz anders. Die Straßenlaternen werfen ihr Licht auf den vom Regen nassen Asphalt, an der Ecke stößt ein Bus einen Seufzer aus, und irgendwo hinter einem rollt eine Basslinie unter dem Gelächter weiter. Das ist Lazizas Markenzeichen – es bleibt im Gedächtnis haften. Ein Hauch von Kreuzkümmel und Rauch an den Händen, ein Rhythmus unter der Haut, eine Erinnerung daran, dass Musik und Essen dieselbe Sprache sprechen, wenn man sie im selben Raum spielen lässt.

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Wenn Sie weitere Beiträge aus „Tracks & Tales“ lesen möchten, abonnieren Sie den Newsletter oder klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.

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