Madrone Art Bar – San Francisco, Soul auf Vinyl
Wo Schallplatten den Raum zum Schwingen bringen.
Von Rafi Mercer
Neues Angebot
Name des Veranstaltungsortes: Madrone Art Bar
Adresse: 500 Divisadero Street, San Francisco, CA 94117, Vereinigte Staaten
Website: https://www.madroneartbar.com
Instagram: https://www.instagram.com/madroneartbar/
Nicht jeder Hörraum ist ruhig.
Manche Orte sprühen vor Farbe, Bewegung und dem unverkennbaren Knistern der Schallplatten, das die Leute auf die Tanzfläche lockt. Die Madrone Art Bar im Divisadero-Viertel von San Francisco ist einer dieser Orte – ein Club, in dem die Platten so laut gespielt werden, dass die Wände schwitzen und sich die Menge näher an die DJ-Kabine drängt.
Der Raum wirkt weniger wie eine traditionelle Bar, sondern eher wie eine lebendige Galerie. Die Wände sind mit Kunstwerken bedeckt, die sich ständig verändern und weiterentwickeln und so eine sich ständig wandelnde visuelle Kulisse rund um die Musik schaffen. Das verleiht dem Raum einen Hauch von Improvisation, als würde der Veranstaltungsort selbst auf die Rhythmen reagieren, die jeden Abend gespielt werden.
Die Musik steht im Mittelpunkt des Erlebnisses. Die DJs legen eine Mischung aus Soul, Funk, Hip-Hop, Disco und internationalen Grooves auf und greifen dabei oft auf ihre umfangreichen Vinylsammlungen zurück, anstatt sich auf die Bequemlichkeit digitaler Medien zu verlassen. Die Auswahl ist spielerisch, aber bewusst – Platten, die Gewicht und Geschichte in sich tragen und die Tanzfläche ohne Vorwarnung zum Kochen bringen können.
Was Madrone im größeren Kontext der Musikszene von San Francisco so interessant macht, ist die Ausgewogenheit zwischen ernsthafter Wertschätzung von Musik und geselliger Atmosphäre. Es handelt sich nicht um eine stille Hörbar nach japanischer Tradition. Vielmehr steht es in einer anderen Tradition – der der amerikanischen DJ-Bar, in der der DJ als Geschichtenerzähler auftritt und das Publikum Teil des Rhythmus wird.
Die Tanzfläche bleibt selten lange leer. Ein klassischer Soul-Titel lockt vielleicht schon früh am Abend die ersten Gäste auf die Tanzfläche, gefolgt von einer Funk-Platte, die das Tempo antreibt, bevor man im Laufe der Nacht zu Hip-Hop oder Disco übergeht. Die Übergänge wirken organisch und werden eher vom Instinkt als von strengen Genregrenzen bestimmt.
Für Besucher, die die Klangkultur der Stadt erkunden möchten, erinnert Madrone daran, dass das Zuhören viele Formen annehmen kann. Manchmal bedeutet es, still bei einer Schallplatte zu sitzen. Ein anderes Mal bedeutet es, sich im Groove zu bewegen, während der DJ eine weitere Platte aus der Kiste zieht.
So oder so, das Ritual bleibt dasselbe: Die Nadel setzt auf, die Bassline setzt ein, und der Raum reagiert darauf.

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