Platten und Wurzeln: Jumbis musikalischer Zufluchtsort in Peckham

Von Rafi Mercer

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Name des Veranstaltungsortes: Jumbi
Adresse: 133 Rye Lane, Peckham, London SE15 4ST, Vereinigtes Königreich
Website: jumbipeckham.com
Telefon: Nicht öffentlich bekannt

Von der Straße aus zeichnet sich das Jumbi nicht durch Glanz, sondern durch Lebendigkeit aus. Das ständige Treiben in der Rye Lane – die Rollläden der Geschäfte, die Straßenmusiker, das leise Rufen der Händler – verlangsamt sich, sobald man sich nähert. Die Tür wirkt wie ein Grenzübergang, und auf der anderen Seite herrscht eine ganz andere Atmosphäre: warmes Holz, gedämpftes Licht und der sanfte, beharrliche Bass, der nicht dominieren, sondern den Atem beruhigen soll.

Jumbi ist ein Ort, an dem Tradition nicht nur Dekoration ist – sie ist das Fundament. Die Plattensammlung hinter der Bar ist eine Fundgrube karibischer Musik und der Musik der afrikanischen Diaspora: Studio-One-Pressungen, deren Rücken durch jahrzehntelangen Gebrauch weich geworden sind, nigerianische Highlife-LPs mit leuchtenden, fast strahlenden Covern, Jazzplatten, die in London von Künstlern aufgenommen wurden, deren Wurzeln bis nach Kingston oder Accra zurückreichen. Das ist lebendige Geschichte, in den Regalen verstaut und bereit, zu erzählen.

Die Beschallungsanlage wurde speziell für diesen Raum maßgefertigt – die Lautsprecher befinden sich auf Ohrhöhe und sind in Klang und Abstand so aufeinander abgestimmt, dass niemand zu weit von der Mitte entfernt ist. Der Bass ist eher auf Wärme als auf Spektakel ausgelegt; im Mitteltonbereich entfalten sich die Geschichten. Wenn man an einem der kleineren Tische sitzt, nimmt man Details in einer Bläsersektion wahr, die man zuvor immer nur halb gehört hat.

Das Programm von Jumbi wird der Bedeutung seines Repertoires gerecht, ist dabei aber nicht von Nostalgie geprägt. An einem Donnerstag stehen vielleicht Calypso-45er und Lovers Rock im Mittelpunkt; am Freitag könnte ein DJ zeitgenössisches Amapiano mit Roots-Reggae verbinden. Hier herrscht eine Atmosphäre wie im Alfa, aber mit Bewegung – die Leute tanzen, wiegen sich im Takt oder schließen einfach die Augen. Die Musik lässt all das zu.

Die Bar passt vom Geist her zur Kuration. Die Signature-Cocktails sind von karibischen Aromen inspiriert: Rum und Limette dürfen natürlich nicht fehlen, aber auch Sorrel, Piment und Kokoswasser. Ein Drink, der mit derselben Absicht in Ihre Hand gelangt wie die Schallplatte auf dem Plattenteller.

Je später es wird, desto mehr verengt sich der Blickwinkel. Die Gespräche verstummen zu einem leisen Gemurmel; die Menge drängt sich in Richtung der Kabine. Alle sind sich einig: Man befindet sich an einem Ort, der mehr tut, als nur eine Nacht zu füllen – er hält einen kulturellen Faden aufrecht. Wenn der letzte Titel ausklingt, fühlt es sich nicht wie ein Ende an, sondern nur wie eine Pause, bis die Nadel morgen wieder auflegt.

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Für weitere Geschichten aus der Reihe „Tracks & Tales“ abonnieren Sie oder hier, um mehr zu lesen.

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