The Sound Room: Le Poisson Rouges Paradies für Audiophile

The Sound Room: Le Poisson Rouges Paradies für Audiophile

Von Rafi Mercer
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Der „Sound Room“ ist einer der unauffälligsten Hi-Fi-Hörräume in Greenwich Village – erfahren Sie mehr in unseremLeitfaden zu den Musiklokalen in New York.

Name des Veranstaltungsortes: The Sound Room im Le Poisson Rouge
Adresse: 158 Bleecker Street, Greenwich Village, New York, NY 10012
Website: Le Poisson Rouge
Instagram: @lprnyc
Telefon: (212) 505-3474
Spotify-Profil: k. A.

Selbst die legendärsten Veranstaltungsorte New Yorks bergen manchmal kleinere Geheimnisse hinter ihren Mauern. In der Bleecker Street ist das „Le Poisson Rouge“ weltweit als Dreh- und Angelpunkt für ein abenteuerliches Programm bekannt – experimenteller Jazz, Indie-Showcases, Clubnächte, die bis zum Morgengrauen dauern. Doch versteckt in seinem Labyrinth aus Räumen befindet sich ein Ort, den nur diejenigen kennen, die gezielt danach suchen: „The Sound Room“, eine Hörlounge für Audiophile, die als Gegenpol zur Hauptbühne des Veranstaltungsortes geschaffen wurde.

Betritt man den Raum, fällt der Kontrast sofort ins Auge. Während im Hauptraum Lichter und Spektakel für lebhafte Stimmung sorgen, strahlt der Sound Room eine intime Atmosphäre aus. Die Beleuchtung ist gedämpft, die Sitzgelegenheiten sind niedrig und eng beieinander angeordnet, und die Wände sind so gestaltet, dass sie eher das Gehör als das Auge ansprechen. Man fühlt sich hier eher wie in einem privaten Salon als in einem Teil eines Veranstaltungsortes. Die Botschaft ist klar: Hier steht das Zuhören im Mittelpunkt.

Das System ist beeindruckend. Eine maßgeschneiderte Anlage von Ojas Audio – Hornlautsprecher, Subwoofer und Verstärker, perfekt aufeinander abgestimmt – liefert sowohl Kraft als auch Klarheit. Besonders auffällig ist die Präzision. Die Bässe verschwimmen nicht; die Höhen sind kristallklar, ohne zu ermüden. Gemessen an den „5 Regeln für klangliche Exzellenz“ zeichnet sich der Sound Room durch die Qualität des Soundsystems und die akustische Umgebung aus – eine Kombination, die die Musik körperlich spürbar und zugleich nuancenreich wirken lässt.

Auch das Programm wird ganz bewusst zusammengestellt. Die Kuratoren laden Selektoren und DJs ein, die ein Gespür für Zurückhaltung haben, oft auf Vinyl setzen und eine Vorliebe für Deep House, Spiritual Jazz, experimentellen Ambient und Dub zeigen. An manchen Abenden gleicht der Raum einem Labor für Sounddesign, in dem Künstler die Grenzen des Raums und der Anlage ausloten. An anderen Abenden dreht sich alles um Wärme und Groove – eine Session bis spät in die Nacht, bei der Freunde und Fremde gemeinsam im gleichen Rhythmus mitwippen.

Das Programm und die Atmosphäre spiegeln die Philosophie von LPR wider, allerdings in konzentrierter Form: risikofreudig, genreübergreifend, immer mit klarer Absicht. Im Gegensatz zu größeren Sälen, in denen Gespräche und Energie mit dem Klang konkurrieren, neigt sich das Publikum hier nach vorne. Die Menschen sitzen da, hören zu, nippen an ihren Getränken und lassen alles auf sich wirken. Es ist keine Stille, sondern Ehrfurcht – der Klang wird niemals als bloße Kulisse betrachtet.

Die Getränke spiegeln die intime Atmosphäre wider. Es gibt eine übersichtliche Auswahl an Cocktails, Weinen und Bieren, doch es geht hier nicht um Überfluss. Die Gäste bestellen meist nur ein oder zwei Getränke, machen es sich gemütlich und lassen den Abend langsam auf sich wirken. Das Barpersonal kennt die Stammgäste, und die Stammgäste kennen sich untereinander – eine kleine Gemeinschaft innerhalb des großen Nachtlebens der Stadt.

Beständigkeit – das ist das A und O, das den Sound Room so wertvoll macht. Er ist nicht immer geöffnet, und sein Programm folgt nicht dem unerbittlichen Tempo des Hauptsaals. Aber wenn der Raum in Betrieb ist, kann man sich auf das Niveau verlassen. Jeder Abend wirkt durchdacht, und jeder DJ ist sich der Verantwortung bewusst, die das Auflegen auf einer solchen Anlage mit sich bringt.

Wenn man den Sound Room verlässt, taucht man wieder in das geschäftige Treiben von Greenwich Village ein – Neonlichter, Nachtlokale, der Geist von Bob Dylan, der noch immer die Bleecker Street erfüllt. Doch tief im Inneren bleibt der Nachhall bestehen: das feinst abgestimmte Brummen der Bässe, das Schimmern der sorgfältig abgespielten Schallplatten, das Gefühl, ein Geheimnis geteilt zu haben. Das ist das Geschenk des Sound Room.


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