Hinter den Kulissen: Der Widerspruch zwischen Lo-Fi und Hi-Fi bei „This Wall“

Hinter den Kulissen: Der Widerspruch zwischen Lo-Fi und Hi-Fi bei „This Wall“

Von Rafi Mercer

Neues Angebot

Name des Veranstaltungsortes: Behind This Wall
Adresse: 411 Mare Street, Hackney, London E8 1HY, Vereinigtes Königreich
Website: behindthiswall.com
Telefon: Nicht öffentlich bekannt

Keine grellen Neonreklamen, die um Ihre Aufmerksamkeit buhlen. Nur ein unscheinbares Schild und eine Tür in der Mare Street – von der Art, an der man täglich vorbeigeht, ohne zu ahnen, was sich dahinter verbirgt. Der Name „Behind This Wall“ ist wörtlich zu nehmen: eine Kellerbar, bei deren Betreten man das Gefühl hat, hinter die Kulissen in die private Hörhöhle eines anderen zu treten.

Der erste Eindruck ist geprägt von der Atmosphäre – kahle Wände, gedämpfte Farbtöne, eine Beleuchtung, die die Oberflächen der Tische und die Gesichter nur sanft streift. Es ist keine Dunkelheit, die der Effekthascherei dient, sondern eine Dunkelheit, die dem Klang zugutekommt. Die Bar erstreckt sich entlang einer Seite, die Plattenspieler und der Verstärker auf der anderen, und dazwischen ist gerade genug Platz für das kleine Publikum, für das der Raum offenbar konzipiert wurde.

Das System hier ist durch und durch analog. Es ist ein haptisches Vergnügen, zu beobachten, wie der DJ eine Schallplatte auflegt und die Nadel behutsam aufsetzt. Der Klang wirkt ungezwungen – der Bass ist sanft, aber präsent, die Mitten warm, die Höhen sanft abgerundet, sodass sie niemals schrill wirken. Es ist ein System, mit dem man sich wohlfühlt, und nicht eines, das sich mit anderen messen will.

Die Cocktails hier sind echte Hingucker. Viele orientieren sich an klassischen Rezepten – Martinis, Sours –, werden jedoch mit hauseigenen Aufgüssen und saisonalen Variationen verfeinert. Die Verbindung zur Vinylkultur zeigt sich in subtilen Anspielungen: Drinks, die nach Lieblingssongs oder Künstlern benannt sind, sowie Empfehlungen für die passende Getränkebegleitung zu den Plattenabenden.

Das Design des Raums bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen Lo-Fi und Hi-Fi. Rohe Ziegelwände und freiliegende Kabel treffen auf eine Audioanlage, die auf Klarheit abgestimmt ist. Es ist eine ehrliche Ästhetik: keine polierte Fassade, die vom Wesentlichen ablenkt. Die Gäste finden schnell ihren Rhythmus – manche sitzen an der Bar, andere haben den Blick auf die Plattenteller gerichtet, doch alle bewegen sich im gemeinsamen Sog der Musik.

Bei einem meiner Besuche stellte der DJ einen Abend voller Deep-Soul-Perlen zusammen, wobei jeder Übergang langsam genug war, um ihn in vollen Zügen genießen zu können. Bei den Übergängen ging es nicht darum, sein Können zu demonstrieren, sondern darum, den Raum zwischen den Tönen zu respektieren. Es ist genau diese Art von Ort – einer, der einem am Ende des Abends weniger Worte, dafür aber umso mehr Gefühle hinterlässt.

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Für weitere Geschichten aus der Reihe „Tracks & Tales“ abonnieren Sie oder hier, um mehr zu lesen.

Zurück zu den Geschichten

Keine Playlist.

Die Zahl der Gründungsmitglieder ist weltweit auf 200 begrenzt. Der „Tracks & Tales Listening Club“ richtet sich an alle, die verstehen, dass Zuhören kein Hintergrundgeräusch ist, sondern dass es darum geht, ganz bei der Sache zu sein.

JETZT MITMACHEN