1970–1975

1970–1975

Keine Ahnung, warum eigentlich... 

Von Rafi Mercer

In letzter Zeit fühle ich mich immer mehr zu Jazz-Aufnahmen aus den Jahren 1970 bis 1975 hingezogen.

Warum gerade diese Zeit, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Vielleicht, weil damals noch alles nach Entdeckung klang. Akustischer Jazz, der in elektronische Musik überging. Der Einzug brasilianischer Einflüsse. Spirituelle Suche. Überall Fender Rhodes. Alben, bei denen es weniger um Perfektion als vielmehr um Möglichkeiten ging.

Chick Corea, Herbie Hancock, Pharoah Sanders, Donald Byrd, Lonnie Liston Smith.

Die Alben wirken offen. Sie lassen sich noch nicht in ein Genre einengen. Man hört, wie die Musiker in Echtzeit mit der Zukunft experimentieren.

Und vielleicht ist das ein Teil davon.

Das moderne Leben fühlt sich oft schon vor seinem Beginn als zu sehr vorgezeichnet an. Algorithmen kennen die Antwort bereits, noch bevor man die Frage stellt. Doch diese Aufnahmen klingen immer noch so, als würden Menschen auf der Suche sein, ohne genau zu wissen, wohin sie eigentlich wollen.

Es ist befreiend, das noch einmal zu hören.


Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt.
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