Velvet Needles: Verborgene Grooves und der stille Luxus von Shoreditch

Velvet Needles: Verborgene Grooves und der stille Luxus von Shoreditch

Von Rafi Mercer

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„Hidden Grooves“ ist eine der angesehensten Listening-Bars Londons – mehr dazu erfahren Sie in unserem Leitfaden zu den Londoner Musiklokalen.

Name des Veranstaltungsortes: Hidden Grooves
Adresse: Virgin Hotel, 45 Curtain Road, London EC2A 3PT, Vereinigtes Königreich
Website: virginhotels.com
Telefon: +44 20 3859 0300
Spotify-Profil: k. A.


Wenn man die Curtain Road zu schnell entlanggeht, könnte man es glatt übersehen. „Hidden Grooves“ schreit nicht nach Aufmerksamkeit, sondern wartet auf die richtigen Ohren. Der Eingang – lediglich eine Tür aus gebürstetem Metall in einer Ecke des Virgin Hotels – führt in einen Raum, der zugleich retro und absolut zeitgemäß wirkt. Man stelle sich Samtsessel, niedrige Messinglampen und einen Teppich vor, der einen geradezu dazu herausfordert, die Schuhe auszuziehen.

Die DNA von Virgin Records ist hier allgegenwärtig, ohne dabei zur bloßen Spielerei zu werden. Die Regale sind mit Schallplatten gefüllt – nicht als Dekoration, sondern als lebendiger, abspielbarer Bestand. Jazz, Post-Punk, brasilianische Bossa, Balearic Electronica – jedes Cover weist die leichten Abnutzungsspuren auf, die von echten Händen und echtem Abspielen stammen. Hier gibt es keine makellose Perfektion in Schrumpffolie; diese Schallplatten haben ein echtes Leben hinter sich.

Die Anlage ist auf Intimität ausgelegt, nicht auf Lautstärke. Zwei Technics-Plattenspieler stehen wie zwei Altäre hinter der Bar und speisen eine warme analoge Kette, die selbst die Stille reichhaltig klingen lässt. Kein Teil des Raums ist akustisch tot – die hinterste Ecke ist genauso lebendig wie die erste Reihe.

Tagsüber ist es ein ruhiger Rückzugsort vom Trubel in Shoreditch. Hotelgäste kommen mit einer Tasse Kaffee herein; Einheimische schauen für ein spätes Mittagessen vorbei und bleiben am Ende eine Stunde länger als geplant. Abends ändert sich die Stimmung sanft – Gast-DJs legen ausschließlich auf Vinyl auf und legen Wert sowohl auf die Klangtextur als auch auf das Tempo. Es ist zwar keine Tanzfläche, aber vielleicht ertappst du dich trotzdem dabei, wie du im Takt mitwippst.

Der wahre Zauber liegt hier im Tempo. Die Sets atmen. Die Stücke dürfen richtig ausklingen. Eine Coltrane-Ballade verklingt nicht – sie findet ihren Abschluss. Die Barkeeper schenken nicht einfach nur ein; sie bewegen sich geschmeidig und unterbrechen niemals den Fluss des Raumes. Wenn du in Begleitung kommst, wirst du leise sprechen, ohne es zu merken. Wenn du allein kommst, wirst du kein Bedürfnis verspüren, die Stille zu füllen.

„Hidden Grooves“ scheint Shoreditch etwas zu bieten, von dem man gar nicht wusste, dass man es brauchte – einen Ort, an dem man sich daran erinnert, dass Musik im Mittelpunkt stehen kann, ohne dabei aufdringlich zu sein. Man verlässt diesen Ort nicht aufgekratzt, sondern im richtigen Einklang.

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Wenn Sie weitere Beiträge aus „Tracks & Tales“ lesen möchten, abonnieren Sie den Newsletter oder klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.


Mehr entdecken: Sehen Sie sich unsere „Listening Bars“-Kollektion für Veranstaltungsorte weltweit an.

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