Hurghada: Bars zum Entspannen – Lichter am Yachthafen, die Wärme des Roten Meeres, Lounge-Atmosphäre nach Einbruch der Dunkelheit – Tracks & Tales Guide
Wo die Gezeiten das Tempo bestimmen.
Von Rafi Mercer
Hurghada erstreckt sich am Roten Meer wie ein langer Ausatemzug. Weniger theatralisch als Sharm, weniger monumental als Luxor, lebt die Stadt von sanften Übergängen – dem Schimmer des Yachthafens, dem Treiben auf der Promenade, dem leisen Summen der Abendluft, die sich über dem Wasser ausbreitet.
Die Kultur des Zuhörens in Hurghada ist vom Fluss des Tages geprägt. Die Taucher kehren in der Abenddämmerung zurück. Die Boote legen an. Die Restaurants füllen sich langsam. Musik erklingt zunächst als Hintergrund und wird in den richtigen Händen zum Ankerpunkt.
Der Yachthafen ist der natürliche Mittelpunkt. Die Terrassenlounges liegen direkt am Wasser, und ihre Musikanlagen sind eher auf eine behagliche Atmosphäre als auf laute Lautstärke ausgelegt. Deep House, gefühlvolle Remixe, sanfte Electronica – Genres, die nicht dazu dienen, die Gespräche zu übertönen, sondern sie zu untermalen. Man spürt den Rhythmus in den Dielen, noch bevor man den Titel des Songs wahrnimmt.
Im Gegensatz zur Dichte Kairos oder der literarischen Stille Alexandrias ist die Klanglandschaft Hurghadas im ständigen Wandel. Reisende kommen und gehen und bringen Einflüsse aus Berlin, Moskau, London und Dubai mit. Die DJs passen sich dem entsprechend an. Ihre Sets wechseln zwischen globalen Einflüssen und regionalen Klängen und verweben manchmal arabische Melodiefolgen mit internationalen Club-Strukturen. Das Ergebnis ist kosmopolitisch und zugleich entspannt.
Etwas weiter vom Wasser entfernt gibt es kleinere Cafés, in denen sich Live-Musiker versammeln – Akustikgitarren, leichte Percussion, gelegentlich Jazz-Standards, die von der Nachtbrise herübergetragen werden. Nichts wirkt aufgesetzt. Nichts ist überproduziert. Die Intimität entsteht durch die Nähe: Die Tische stehen so nah beieinander, dass man das Kratzen der Finger auf den Saiten hören kann.
Hurghada lehrt, den Klang richtig abzustimmen. Das Hören unter freiem Himmel erfordert Fingerspitzengefühl. Zu viel Bass verflüchtigt sich in den Himmel; zu wenig lässt den Raum flach klingen. Die besten Veranstaltungsorte verstehen diese Balance. Sie bauen die Atmosphäre schrittweise auf und lassen das Meer scharfe Kanten abschwächen, sodass nur noch der Nachhall zurückbleibt.
Es ist leicht, Ferienorte als rein kommerzielle Orte abzutun. Aber das wäre zu einfach. Wenn das Licht schwindet und sich der Yachthafen im schwarzen Wasser spiegelt, wenn ein perfekt platzierter Musiktrack im Einklang mit dem Rhythmus der kleinen Wellen steht, die gegen die Rümpfe schlagen, geschieht etwas anderes. Die Stadt findet zu einem harmonischen Ganzen.
Hurghada nimmt seine Umgebung nicht durch Geschichte oder Rebellion wahr, sondern durch die Natur. Der Klang ist hier ein Begleiter des Horizonts.
Im sanften Schimmer des Yachthafens lauscht Hurghada den Farben.
Veranstaltungsorte, die man kennen sollte
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Wo Boote vor Anker liegen und Lichter sich spiegeln, lauscht Hurghada, das Meer direkt im Rücken.
Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt.
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