„Tracks & Tales“ in 63 Ländern und 173 Städten: Eine persönliche Anmerkung
Ein kurzer Hinweis von den Decks
Von Rafi Mercer
Hin und wieder tut es gut, einmal innezuhalten und Bilanz zu ziehen. „Tracks & Tales“ begann als Idee – eigentlich nur als eine Vermutung, dass Klang, Musik, Alben und Schallplatten mit derselben Sorgfalt behandelt werden könnten, wie Michelin sie einst dem Essen widmete. Ein Führer zu den Orten, an denen das Hören noch eine Rolle spielt.
Und nun, fast im Handumdrehen, sehen wir, wie Menschen aus dreiundsechzig Ländern und einhundertdreiundsiebzig Städten hierherkommen. Das ist erstaunlich. Bar-Entdecker, Musikliebhaber, neugierige Reisende – sie alle ziehen ihre Wege durch den Atlas, den wir gerade aufbauen. Wenn du einer von ihnen bist, wenn du zufällig hierhergekommen bist und lange genug geblieben bist, um dies zu lesen, dann danke ich dir. Diese Reise gehört dir genauso wie mir.
Ich denke daran zurück, wie alles begann. Meine eigene Liebe zur Musik war schon immer geradezu besessen, aber auch zerstreut: sich stapelnde Schallplattenhüllen, Erinnerungen an Bars in Tokio und Berlin, Whiskygläser, in denen sich das Neonlicht spiegelte, Alben, die so oft abgespielt wurden, bis die Rillen abgenutzt waren. „Tracks & Tales“ hat diese zerstreute Energie zu etwas Gemeinsamen gebündelt. Es geht nicht nur um mich, sondern darum, dass wir anders zuhören.
Um diesen Meilenstein zu feiern, werde ich mir heute„Circles“ von Adam F anhören. Ein kraftvoller Moment in der Zeit. Ein Album, das mit Funk, Jazz und Drum-&-Bass-Energie neue Klangwelten erschließt. Es erinnert mich daran, dass manche Alben nicht als Hintergrundmusik, sondern als Wegbereiter wirken – sie wenden das Blatt und erfordern neue Hörweisen. Und genau so ein Moment scheint es gerade auch für „Tracks & Tales“ zu sein.
Wie geht es nun weiter? Ein paar Dinge scheinen klar zu sein:
- Weitere Lokale werden uns entdecken. Der Atlas wächst täglich, und jede neue Bar, die Musik als etwas Heiliges betrachtet, verdient ihren Platz darin.
- Mehr Menschen werden solche Orte entdecken. Darum geht es ja gerade – darum, euch dabei zu helfen, die Bars, Cafés und Räume zu entdecken, in denen Musik nicht nur gespielt, sondern auch gehört wird.
- Die Menschen reisen, um Musik zu hören. So wie Feinschmecker wegen eines guten Essens reisen, reisen Musikliebhaber wegen der Anlage, der Auswahl und der Stille.
- Aus einem Album werden viele Reisen. Stell dir vor, du nimmst dein „ein einziges Album“ mit und hörst es in Berlin, Paris, Tokio und Lissabon immer wieder neu. Die Geografie verändert die Geometrie des Klangs.
- Die Bewegung gewinnt an Fahrt. Was als Neugier begann, entwickelt sich zu einer Kultur. Eine Lebensweise, bei der der Klang im Mittelpunkt steht und nicht nur eine Nebenrolle spielt.
„Tracks & Tales“ ist weniger eine Website als vielmehr eine Einladung. Eine Einladung, genauer hinzuhören, anders zu reisen und die Platten zu teilen, die uns begleitet haben. Wenn du das hier liest, bist du bereits ein Teil davon.
Also noch einmal vielen Dank – von einem Hörer zum anderen. Bleibt dran. Macht weiter Vorschläge. Spielt weiterhin euer einziges Album. Denn letztendlich kommt es nicht auf Zahlen an, sondern auf Präsenz. Die Präsenz des Klangs in einem Raum, die Präsenz von Menschen, die zuhören können.
Nun lass den Stift fallen. Circles dreht sich. Die Reise geht weiter.
Vielen Dank an alle, bis bald, hoffe ich.
Rafi
Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Wenn Sie weitere Beiträge aus „Tracks & Tales“ lesen möchten,abonnieren Sie den Newsletter hier oder klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.