Listening Bars in Manama – Gulf Nights, Vinyl Corners, Island Rhythm – Tracks & Tales-Reiseführer

Dort, wo die Wüstenluft auf das Meer trifft und Musik sanft durch den Abend schwebt.

Von Rafi Mercer

Manama ist eine Stadt der Übergänge. Hier treffen Wüste und Meer aufeinander, Glastürme ragen neben älteren Gebäuden aus Korallenstein empor, und dazwischen pulsiert ein ruhiger kultureller Rhythmus, der sich nach Sonnenuntergang am deutlichsten offenbart. Die Inselluft wird milder, während der abendliche Gebetsruf über den Hafen verklingt und sich die Cafés mit Gesprächen, Kaffee und Musik füllen, die sanft aus den Ecken des Raumes herüberweht.

Bahrain ist seit jeher ein Knotenpunkt am Golf – Händler, Perlentaucher, Seeleute und Reisende passieren den Archipel, der direkt vor der Ostküste Saudi-Arabiens liegt. Dieses Gefühl des Austauschs prägt auch heute noch das kulturelle Flair von Manama. Bei einem Spaziergang durch die engen Gassen des Bab-Al-Bahrain-Souks hört man Fragmente aus aller Welt: arabische Oud-Melodien, moderne Popmusik aus einem vorbeifahrenden Auto, das leise Summen der Café-Playlists, die den Abend in Schwung bringen sollen.

Im Gegensatz zum lebhafteren Nachtleben der nahegelegenen Städte am Golf verläuft das Leben in Manama in einem gemächlicheren Tempo. Musik findet hier eher in intimen Räumlichkeiten statt als im Rahmen großer Spektakel. In den Cafés entlang des Blocks 338 in Adliya begleiten kleine Lautsprecher und sorgfältig zusammengestellte Playlists lange Gespräche bei arabischem Kaffee oder späten Abendessen. An manchen Abenden hört man vielleicht leise Deep House über die Terrasse schweben; an anderen gibt Jazz oder Soul den Ton im Raum vor.

Gleich auf der anderen Seite des Wassers liegt Muharraq, die ehemalige Hauptstadt und das historische Herz der Insel. Die restaurierten Häuser des Perlenfischer-Viertels erzählen die Geschichte von Bahrains maritimer Vergangenheit, und ein Spaziergang durch diese Straßen in der Abenddämmerung hat einen ganz anderen Rhythmus – ruhiger, besinnlicher. Man kann sich leicht vorstellen, wie Musik in den Innenhöfen widerhallt, in denen sich einst Familien versammelten, und wie die Rhythmen des Golfs von der Abendbrise herübergetragen werden.

Die Musikkultur in Manama ist noch immer eher unauffällig. Es geht weniger um formelle Musikbars als vielmehr um bestimmte Momente – ein Café, in dem die Musik sorgfältig ausgewählt wird, eine Terrasse, auf der die Lautstärke genau richtig eingestellt ist, ein Gespräch, in dem jemand fragt, welche Platte gerade läuft. Das sind die kleinen Anzeichen, die darauf hindeuten, dass es eine Musikkultur gibt, auch wenn sie noch keinen Namen hat.

Städte offenbaren sich nach und nach denen, die ihnen zuhören. In Manama findet dieses Zuhören zwischen dem Meer und der Wüste statt, in Cafés, in denen die Zeit etwas langsamer vergeht und in denen die Musik oft leise erklingt, aber noch lange nach dem Ende der Nacht nachhallt.


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Manama lauscht in den Zwischenräumen zwischen Wüstenwind und Hafenlicht.

Rafi Mercer schreibt über Orte, an denen Musik eine wichtige Rolle spielt.
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